Brand in Uhrenfabrik ETA: Hayek: «Herzstück der Produktion getroffen»

Aktualisiert

Brand in Uhrenfabrik ETAHayek: «Herzstück der Produktion getroffen»

Im Gebäude der ETA, einer der weltweit grössten Uhren- und Uhrwerkhersteller in Grenchen ist Feuer ausgebrochen. Die Chemie- und Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

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blu/cha

Am Sonntagmorgen kam es zu einem Brand in der Uhrenfabrik ETA in Grenchen SO. Kurz nach 8.45 Uhr ist der Alarm eingegangen: Es gab eine starke Rauchentwicklung an der Schild-Ruststrasse 17, wie die Kapo Solothurn mitteilte.

Ein Leser-Reporter entdeckte das Feuer von seiner Wohnung aus: «Kurz nach neun Uhr sahen wir die riesige, pilzförmige Rauchsäule über dem Gebäude aufsteigen», berichtete er. Sofort hätte er die Feuerwehr alarmiert, die schon Bescheid wusste. «Dann hörten wir immer wieder Sirenen von Löschfahrzeugen.» Der Rauch sei Richtung Biel gezogen.

Die Bevölkerung wurde dazu aufgefordert, Zuhause zu bleiben und Türen und Fenster zu schliessen. Zudem sollte man sich nicht in die Nähe der Firma und ins Freie begeben und neben den geschlossenen Türen und Fenstern auch Klimaanlagen abstellen, wie Bruno Gribi von der Kantonspolizei Solothurn mitteilte.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Lisa Mathis, Mitarbeiterin vom Britannia Pub gleich neben der Firma ETA, ist an diesem Morgen ebenfalls mit einem Schrecken in den Tag gestartet: Als sie um 9 Uhr zur Arbeit kam, hörte sie Sirenen und sah die Einsatzkräfte herbeisausen. Sofort hatte sie Fenster und Türen verschlossen, um sich vor dem schwarzen Nebel zu schützen. «Ich machte mir grosse Sorgen. Ein Kollege arbeitet bei der Feuerwehr, ich hoffe, dass alles gut geht und niemand verletzt wurde».

Mittlerweile wurde der Gefahrenhinweis wieder aufgehoben. «Der Brand ist in der Galvanik-Abteilung im Parterre Werk 1 des Hauses ausgebrochen», sagt Gribi. Problematisch sei es vor allem, wenn Chemikalien im Spiel sind. Man habe daher vorsorglich Sicherheitsmassnahmen ausgesprochen. «Die Chemie-Messungen ergaben aber, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht.»

Es könnte jedoch zu stärkeren Geruchswellen kommen, so Gribi. Einen bissigen Gestank nahm auch Beizer Andi wahr, als er am Morgen das Restaurant Metzgerhalle betrat. Das Restaurant befindet sich neben dem ETA Gebäude.

Hayek: «Herzstück der Produktion getroffen»

Nick Hayek, Konzernchef der Swatch Group, war persönlich vor Ort und machte sich ein Bild: «Der Brand hat das Herzstück der Produktion getroffen. Alles ist verwüstet, die Montageabteilung zudem verraucht. Hier wird das Metall veredelt und beispielsweise gegen Rost geschützt.» Die Galvanik-Abteilung sei komplett ausgebrannt. Das Wichtigste sei aber, dass niemand verletzt wurde, sagte er zum Regionaljournal Aargau Solothurn.

Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun und waren mit einem Grossaufgebot vor Ort: 25 Einsatzkräfte der Betriebsfeuerwehr ETA sowie 65 Leute von der Stadtfeuerwehr Grenchen, wie Thomas Moritz, Einsatzleiter und Kommandant der Stadtfeuerwehr bestätigte. Das Übergreifen des Feuers auf die umliegenden Abteilungen konnte verhindert werden. Wegen den Chemikalien wurde aber die Chemiewehr Solothurn und Chemiesachberater vom Amt für Umwelt Solothurn hinzugezogen.

Die Brandursache ist noch nicht bekannt und wird von der Brandermittlung untersucht. Zum Zeitpunkt des Feuers habe sich niemand im Gebäude aufgehalten. Ein Feuerwehrmann musste zur Kontrolle ins Spital gebracht werden, ansonsten gab es keine Verletzten. Der Sachschaden dürfte einige 100'000 Franken betragen.

Der Hersteller von Uhren und Uhrwerken gehört zur Swatch Group und beliefert Uhrenhersteller rund um den Globus.

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