Spengler Cup: HCD bezwingt Spartak Moskau
Aktualisiert

Spengler CupHCD bezwingt Spartak Moskau

Gastgeber Davos ist erfolgreich ins Heimturnier gestartet. Die Bündner schlugen den russischen Vertreter Spartak Moskau 4:2.

Die HCD-Spieler um Reto von Arx (Nr. 83) jubeln über den Sieg gegen Spartak Moskau. (Bild: Keystone)

Die HCD-Spieler um Reto von Arx (Nr. 83) jubeln über den Sieg gegen Spartak Moskau. (Bild: Keystone)

Die erste HCD-Sturmformation verschonte Spartak in keiner Minute der Partie. Reto von Arx inszenierte zusammen mit seinen brillanten Partnern phasenweise eine Hockey-Gala. «RvA» brachte die Russen praktisch solo vom Kurs ab - zwei Treffer schoss er selber, zwei bereitete der Kopf der Bündner clever vor.

Für ihren einzigen doppelten Ausschluss bezahlten die Russen den höchstmöglichen Preis: Als Fedorow und Ruzicka auf der Strafbank sassen, setzte der HCD in der 48. Minute zum entscheidenden Angriff an. Petr Sykora, der beste Torschütze der NLA, schoss hart und präzis. Noch ehe sich Spartak vom erneuten Gegenschlag erholt hatte, vollendete Petr Taticek das «tschechische» Crescendo mit dem 4:2 (54.).

Damit traten gleich bei erster Spengler-Cup-Gelegenheit jene Akteure in positive Erscheinung, die auch an den letzten Festwochen im Liga-Alltag hauptbeteiligt waren. Ihre Klasse reicht selbstredend aus, auch beim noblen internationalen Rendez-vous ein gewichtiges Wort um den Turniersieg mitzureden.

Solo-Unterhalter «RvA»

Im ersten Drittel hatte der HCD den Gästen nur eine Nebenrolle überlassen. Unter der exzellenten Regie von Reto von Arx spielten die Bündner ihre Qualitäten vollumfänglich aus. Mit Speed, der erlaubten Härte und Präzision im Passspiel stellten sie die zu Beginn regelrecht konsternierten Moskowiter gleich mehrfach vor unlösbare Probleme.

In der 6. Minute traf «RvA» nach einer perfekten und rasanten Kombination, wie sie sie einst die Sbornaja in der längst vergangenen Sowjet-Zeit zelebriert hatte. Eine Reaktion der Russen blieb aus. Stattdessen erhöhte Reto von Arx mit einem wunderbar getimten Schlenzer auf 2:0.

Mit der Performance des Centers der besten HCD-Sturmformation hatten die Spartak-Professionals offenkundig nicht gerechnet. Sie gewährten dem erfolgreichsten NLA-Stürmer mit Schweizer Pass in den ersten 20 Minuten erstaunlich viel Zeit und Raum zur freien Entfaltung.

Verspätung Spartaks

Erst mit reichlich Verspätung beteiligte sich auch der Vertreter der Kontinental Hockey League an der ersten Abendsession. Ausgerechnet in Unterzahl fand Spartak den Weg aus der Bündner Umklammerung. Eine Davoser Unachtsamkeit genügte Stefan Ruzicka zum Shorhander. Das 1:2 des Slowaken (27.) verhalf den Russen sofort zu einem spürbaren Schub.

Und als die eher kleinlichen Referees abermals eine Strafe anzeigten, nahm Knjasew die Offerte an. Zu ihrem Nachteil drosselten die Moskauer das Tempo nach dem 2:2 aber sofort wieder. Druck erzeugten sie eigentlich nie richtig. Sie rollten dem HCD zwar nicht gerade den roten Teppich aus, aber etwas mehr Gegenwehr wäre gleichwohl zu ewarten gewesen.

Die erneute Wende im Sinne der HCD-Anhänger zeichnete sich jedenfalls ab. Als Arno Del Curtos Equipe den Rhythmus wieder verschärfte, leistete sich Spartak abermals zu viele Fehler. Die Defensive liess sich ausspielen - und vorne fehlte den Russen schlicht das Format, die Bündner und ihren überzeugenden Goalie Genoni ein zweites Mal mit ernsthaften Schwierigkeiten zu konfrontieren.

Ein Spirit, sich mit aller Kraft gegen den Fehlstart aufzulehnen, war nicht erkennbar. Die Turbulenzen der letzten missratenen Wochen haben ihre Furchen hinterlassen. Die drei Trainerwechsel innerhalb kurzer Zeit kamen ja nicht von ungefähr.

Spengler Cup. Gruppe Cattini:

HC Davos - Spartak Moskau 4:2 (2:0, 0:2, 2:0)

Vaillant-Arena. - 6432 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebert (Ka)/Kurmann, Losier (Ka)/Müller.

Tore: 6. Reto von Arx (Guggisberg, Taticek) 1:0. 10. Reto von Arx (Taticek/Strafe angezeigt) 2:0. 27. Ruzicka (Radivojevic, Scheldakow/Ausschluss Selesnew!) 2:1. 32. Knjasew (Rjasanow, Lapenkow) 2:2. 48. Sykora (Forster, Reto von Arx/Ausschlüsse Fedorow, Ruzicka) 3:2. 54. Taticek (Guggisberg, Reto von Arx) 4:2.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Davos, 8mal 2 Minuten gegen Spartak.

HC Davos: Genoni; Jan von Arx, Forster; Cook, Kutlak; Ramholt, Grossmann; Back; Guggisberg, Reto von Arx, Taticek; Bednar, Marha, Sykora; Sejna, Rizzi, Duca; Sciaroni, Steinmann, Dino Wieser; Joggi.

Spartak: Jachin; Wischnewski, Piganowitsch; Scheldakow, Baranka; Budkin, Bodrow; Rjasanow, Selesnew; Suglobow, Lapenkow, Schkotow; Radivojevic, Mikusch, Ruzicka; Sidjakin, Fedorow, Knjasew; Ljudutschin, Michail Junkow, Alexander Junkow.

Bemerkungen: HCD u.a. ohne Stoop, Tallarini, Marc Wieser (alle überzählig), Untersander, Guerra, Giovannini (alle U20-WM). 40. (39:06) Tor von Taticek annulliert (Handpass von Duca).

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