Werbeprobleme: HCD bringt sich mit Sieg ins Dilemma
Aktualisiert

WerbeproblemeHCD bringt sich mit Sieg ins Dilemma

Der HC Davos steht erstmals im Cup-Viertelfinal. Doch damit beginnen die Probleme für die Bündner erst richtig.

von
mal
1 / 3
Der HC Davos steht nach dem 3:1-Sieg gegen die GCK Lions im Viertelfinal des Schweizer Cups. Damit beginnen die Probleme erst.

Der HC Davos steht nach dem 3:1-Sieg gegen die GCK Lions im Viertelfinal des Schweizer Cups. Damit beginnen die Probleme erst.

FreshFocus/Andy Mueller
Weil das österreichische Ötztal mit dem Tourismusort Sölden auf den Trikots wirbt, könnte der HCD Probleme bekommen, wenn er im Viertelfinal ein Heimspiel erhält. Der Partner Davos Tourismus toleriert einen solchen Auftritt nicht.

Weil das österreichische Ötztal mit dem Tourismusort Sölden auf den Trikots wirbt, könnte der HCD Probleme bekommen, wenn er im Viertelfinal ein Heimspiel erhält. Der Partner Davos Tourismus toleriert einen solchen Auftritt nicht.

Keystone/Manuel Lopez
HCD-Coach Arno Del Curto würde sich lieber um andere Probleme kümmern.

HCD-Coach Arno Del Curto würde sich lieber um andere Probleme kümmern.

Keystone/Manuel Lopez

Nach der Neulancierung des Schweizer Cups vor zwei Jahren sorgte der HCD zunächst durch seine Blamagen für Schlagzeilen. 2014 bedeutete NLB-Club Visp in Runde 1 Endstation, 2015 in Runde 2 gar der Erstligist Dübendorf. Beim dritten Anlauf steht die Mannschaft von Arno del Curto nun erstmals in den Viertelfinals.

Nach dem Auftaktsieg gegen Wetzikon (5:2) gingen die Bündner am Dienstag auch gegen NLB-Verein und ZSC-Farmteam GCK Lions mit der nötigen Ernsthaftigkeit ans Werk und setzten sich mit 3:1 durch. Dick Axelsson zeichnete sich als Doppel-Torschütze aus.

Das Problem der Trikotwerbung

Herrscht jetzt Friede, Freude, Eierkuchen beim HCD? Entsteht da beim Rekordmeister gar eine neue (Cup-)Liebe? Nein, denn durch die Viertelfinal-Qualifikation entstehen gleichzeitig Sorgen, da statt Auswärtsspiele gegen Unterklassige nun Heimspiele gegen andere NLA-Klubs «drohen». Und Heimspiele würden im Cup zum Problem, wie die «Südostschweiz» aufdeckte.

Der Grund sind die speziellen Trikots in diesem Wettbewerb – alle Teams werben darauf für das österreichische Tourismusort Sölden im Ötztal. Doch damit darf der HCD in der heimischen Vaillant Arena nicht auflaufen. Präsident Gaudenz Domenig: «In unserem Stadionvertrag steht, dass wir keine Werbung für andere Tourismusorte machen dürfen.» Sollte der HCD bei der Viertelfinal-Auslosung also ein Heimspiel zugelost erhalten, wird er deshalb nicht darum herum kommen, dieses an den Gegner abzutreten.

Freiwilliger Final-Rückzug?

Ein weiteres Dilemma würde entstehen, falls sich der HCD für den Cup-Final qualifiziert. Denn dieser wird auf SRF live übertragen und der HCD hat keine Lust, seinen Sponsor und Partner Davos Tourismus mit einer mindestens 60minütigen Sölden-Werbung zur besten Sendezeit zu brüskieren. Zumal im nächsten Jahr in Davos auch noch eine Volksabstimmung bezüglich eines Stadion-Kredits ansteht. Deshalb schliesst Domenig für diesen Fall nicht einmal einen freiwilligen Final-Rückzug aus. Cup-Liebe sieht definitiv anders aus.

Deine Meinung