Aktualisiert 20.10.2006 20:48

HCD neuer Leader - ZSC gewinnt wieder

Der HC Davos ist neuer Leader in der NLA: Die Bündner gewannen den Spitzenkampf in Kloten mit 4:2 und überholten damit den spielfreien SC Bern. Einen wichtigen Sieg für die Moral feierten die ZSC Lions, die in Rapperswil in einem hochdramatischen Spiel mit 7:5 gewannen. Im 3. Spiel des Abends bezwangen die SCL Tigers Basel 3:2 nach Penaltyschiessen.

Davos ist derzeit zusammen mit Bern die formstärkste Equipe der Liga. Ihre Qualitäten stellten die Bündner beim 4:2 in Kloten abermals unter Beweis. Der EHC hingegen büsste im sechsten Heimspiel der Saison erstmals Punkte ein.

Robin Leblanc, der im Sommer von Arno Del Curto in der jurassischen Provinz entdeckte Stürmer, lenkte das Geschehen mit einer Doublette im Startdrittel in die gewinnbringende Bahn. Vom 0:2 erholten sich die Flyers nicht mehr. Zu gut parierte der Davoser Keeper Jonas Hiller, zu ineffizient war die Offensive der Einheimischen. Mit seinem ersten NLA-Tor verschaffte der Elite-Junior Dino Wieser dem HCD einen weiteren Vorteil. Und als Andres Ambühl in Überzahl das 4:1 markierte, zeichnete sich die erste Heimniederlage knapp nach Spielmitte mehr als nur schemenhaft ab. Den sechsten Sieg der letzten sieben Runden liess sich sich das routinierte Davos nicht mehr nehmen; 18 von möglichen 21 Punkten hat die Mannschaft von Coach Arno Del Curto in den letzten Wochen gewonnen - eine beeindruckende Bilanz.

Zürcher Abend der Turbulenzen

Die ZSC Lions nutzten im Lido die Gunst einer nicht nur am Ende turbulenten Stunde. Dank dem kuriosen 7:5 errang der vormalige Tabellenletzte den eminent wichtigen vierten Saisonsieg und setzte sich auswärts gegen die Ostschweizer erstmals seit dem 6. März 2003 (3:2 im Playoff) wieder einmal durch.

In der Schlussphase drängte ein lange schwaches Rapperswil den taumelnden ZSC an den Rand einer weiteren Blamage. 5:2 führte der ZSC bis zur 56. Minute, ehe er in Unterzahl innerhalb von 255 Sekunden den gesamten Lohn für die bis dahin gute Leistung zu verspielen drohte. Koivisto, Schefer und Fischer mit einem haltbaren Schuss glichen im Schnellverfahren aus. Mitten im Rausch der Einheimischen schloss Altmeister Michel Zeiter das Break zum 6:5 ab, 37 Sekunden später setzte Helfenstein allen Diskussionen ein spektakuläres Ende.

Ohne Not und schlecht gespielt zu haben, waren die Lions in der 16. Minute zum x-ten Mal in diesem bis anhin so missratenen Herbst in Rücklage geraten. Derweil Harold Kreis' Equipe drei erstklassige Offerten ausschlug, packte Kamber auf Anhieb zu. Die Kurskorrektur liess der Gast im zweiten Abschnitt folgen. Die Wende vom vermeidbaren 0:1 zum 3:1 dauerte unter der Regie von Robert Petrovicky und Topskorer Dale McTavish nur neun Minuten.

Vor 5613 Zuschauern war lange nicht zu erkennen, welches Team in den vergangenen Wochen in eine monumentale Krise gestürzt war. Rapperswil kam gegen die an sich verunsicherten Zürcher erst in der hochdramatischen Schlussphase dauerhaft auf Touren. Im entscheidenden Moment hatte der «Aussenseiter» hingegen mehr zu bieten. Bezeichnend war das Traumtor von Severin Blindenbacher: Der aufstrebende Nationalverteidiger drosch eine Vorlage Alstons vier Minuten nach dem 2:3 der Rapperswiler aus der Luft direkt ins Gehäuse.

Der doppelte Liniger

Mit einer hundertprozentigen Quote im (offiziellen) Penaltyschiessen vermieden die SCL Tigers gegen Basel wenigstens die Heimniederlage. 3:2 siegten die überlegenen Emmentaler, die in der Schlussminute der regulären Spielzeit einen Penalty verschossen.

Zweimal führte der auswärts auch nach sechs Partien sieglose EHC Basel ohne den gesperrten Coach Kent Ruhnke, zweimal erzwang Michael Liniger für die neuntklassierten Tigers den Gleichstand. Doch ausgerechnet in der 60. Minute scheiterte Liniger auf dem Soloweg zur Triplette am Bebbi-Keeper Daniele Manzato.

Eishockey, NLA. Am Freitag:

Kloten Flyers - HC Davos 2:4 (1:2, 1:2, 0:0)

Schluefweg. - 6851 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Reiber, Arm/Küng.

Tore: 7. Leblanc (Baumann) 0:1. 16. Guignard (Hamr, Pittis/Ausschluss Ambühl) 1:1. 20. Leblanc (Baumann) 1:2. 29. Wieser (Guggisberg, Rizzi) 1:3. 34. Ambühl (Marha/Ausschluss Pittis) 1:4. 36. Brunner 2:4.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Kloten, 11mal 2 Minuten gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Rintanen; Daigle.

Kloten: Rüeger; von Gunten, Hamr; Klöti, Brimanis; Schulthess, Guignard; Lindemann, Pittis, Rintanen; Rothen, Herperger, Brunner; Bühler, Jenni, Lemm; Stancescu, Kellenberger, Wick; Ehrensperger.

Davos: Hiller; Gianola, Crameri; Chawanow, Blatter; Randegger, Häller; Riesen, Reto von Arx, Daigle; Wieser, Marha, Burkhalter; Guggisberg, Rizzi, Ambühl; Leblanc, Nittel, Baumann.

Bemerkungen: Kloten komplett, Davos ohne Winkler, Varada (beide verletzt), Jan von Arx (gesperrt). 3. Pfostenschuss von Guggisberg. 17. Rintanen schiesst Penalty an die Latte. 26. Pfostenschuss von von Gunten.

SCRJ Lakers - ZSC Lions 5:7 (1:0, 0:3, 4:4)

Lido. - 5613 Zuschauer. - SR Stalder, Bürgi/Kehrli.

Tore: 16. Kamber (Nordgren, Murray) 1:0. 28. Petrovicky (Leeger, Pavlikovsky) 1:1. 33. Forster (Pavlikovsky, Petrovicky) 1:2. 37. McTavish (Wichser) 1:3. 41. Nordgren (Koivisto) 2:3. 45. Blindenbacher (Alston, Forster/Ausschluss Eloranta) 2:4. 47. Alston (Wichser, McTavish) 2:5. 54. Koivisto (Roest, Eloranta/Ausschluss Seger) 3:5. 55. Schefer (Kamber, Czerkawski/Ausschluss Seger) 4:5. 56. Fischer (Koivisto, Roest/Ausschluss McTavish) 5:5. 59. (58:07) Zeiter (Wichser, McTavish) 5:6. 59. (58:44) Helfenstein (Pavlikovsky, Sandro Moggi) 5:7.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Rapperswil, 7mal 2 plus 10 Minuten (Petrovicky) gegen den ZSC.

PostFinance-Topskorer: Roest; McTavish.

Rapperswil: Streit; Koivisto, Guyaz; Geyer, Bayer; Fischer, Schefer; Gmür; Schrepfer, Roest, Eloranta; Nordgren, Bütler, Micheli; Czerkawski, Kamber, Murray; Bärtschi, Morger, Walser.

ZSC Lions: Sulander; Stoffel, Suchy; Blindenbacher, Forster; Leeger, Seger; Petrovicky, Pavlikovksy, Lachmatow; McTavish, Alston, Wichser; Helfenstein, Zeiter, Sandro Moggi; Bieber, Lukas Grauwiler, Lindemann.

Bemerkungen: ZSC ohne Steiner (rekonvaleszent), Stirnimann (krank), Kout, Paterlini (nicht eingesetzt). 2. Geyer lenkt Schuss von Blindenbacher an die Latte ab. 22. Pfostenschuss von Micheli. 47. Timeout Rapperswil.

SCL Tigers - Basel 3:2 n.Pen. (0:0, 1:1, 1:1, 0:0)

Ilfis. - 4216 Zuschauer (Minusrekord). - SR Kunz, Abegglen/Schmid.

Tore: 26. Della Rossa (Fuchs, Bright/Ausschlüsse Fast und Jinman) 0:1. 32. Liniger (Neff, Joggi) 1:1. 44. (43:26) Voegele (Nüssli/Ausschluss Aegerter) 1:2. 44. (43:49) Liniger (Neff, Fast) 2:2.

Penaltyschiesen: Högardh 1:0, Nüssli -; Jinman 2:0, Landry 2:1; Liniger 3:1.

Strafen: 9mal 2 plus 5 Minuten plus Spieldauer (Miettinen) gegen die SCL Tigers, 7mal 2 plus 10 Minuten (Nüssli) gegen Basel.

PostFinance-Topskorer: Tuomainen; Nüssli.

Langnau: Schoder; Stettler, Leuenberger; Lüthi, Fast; Ramholt, Christian Moser; Blum, Aegerter; Tuomainen, Sutter, Högardh; Joggi, Liniger, Neff; Jinman, Sirén, Miettinen; Debrunner, Adrian Gerber, Rizzello.

Basel: Manzato; Astley, Bundi; Plavsic, Voisard; Wüthrich, Lukas Gerber; Collenberg; Voegele, Chatelain, Nüssli; Anger, Landry, Tarvainen; Fuchs, Bright, Della Rossa; Schnyder, Camenzind, Walker.

Bemerkungen: Langnau ohne Schürch (verletzt), Basel ohne Trainer Ruhnke (gesperrt), Heins (krank). 60. Manzato hält Penalty von Liniger. 65. Timeout Basel.

Geldsegen für Crameri: Ein Genfer Gericht verurteilte den Eishockey-Klub Servette-Genf erstinstanzlich zur Zahlung von 680 000 Franken an die Adresse von Gian-Marco Crameri (33). Der A-Ligist hatte sich im Frühjahr 2004 trotz gültigen Vertrags widerrechtlich vom ehemaligen Internationalen getrennt. Mittlerweile ist Crameri beim HCD engagiert. Die Servettiens kündigten umgehend an, gegen den Schuldspruch zu rekurrieren.

Celio in der U20 Assistent: Manuele Celio (40) ersetzt in der Schweizer Eishockey-U20-Auswahl Leo Schumacher als Assistenten von Headcoach Köbi Kölliker. Der Bündner zog sich zwei Monate vor der Junioren-WM in Schweden aus privaten Gründen zurück. Celio, während 18 Jahren erfolgreicher Stürmer bei Kloten und Ambri, trainiert seit drei Jahren Nachwuchsteams des SEHV.

Die nächste Runde: NLA. 11. Runde. Samstag, 21. Oktober, 19.45 Uhr: Basel - SCL Tigers. Bern - Ambri. Davos - Kloten Flyers. 20 Uhr: Fribourg-Genf - Servette. Lugano - Zug. - 12. Runde. Sonntag, 22. Oktober, 16 Uhr: Ambri - Bern.

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