Aktualisiert 03.12.2006 19:28

HCD revanchiert sich in der Verlängerung

Nach dem Sieg im Spitzenkampf gegen Bern ist dem HC Davos auch die sogenannte «Stinkefinger-Revanche» geglückt: Die Bündner siegten beim EHC Basel - dessen Coach Kent Ruhnke dem HCD im letzten Spiel den besagten Finger gezeigt hatte - mit 3:2 nach Verlängerung. Lugano bezwang Rapperswil-Jona mit 4:3, Fribourg beendete seine Negativ-Serie mit einem 5:4 gegen Ambri.

Das Gipfeltreffen zwischen Leader Davos und dem ersten Verfolger SC Bern prägte die Wochenend-Doppelrunde. Die Intensität der Partie war während 60 Minuten enorm hoch - möglicherweise höher als bei jedem NLA-Spiel in dieser Saison. Bern profitierte vom besseren Start, führte nach dem ersten Abschnitt 2:0 und bis zur 33. Minute noch 2:1. Nach der ersten Pause schaltete der HC Davos jedoch hoch und dominierte die Partie. Bern hätte sich wohl durchgesetzt, wenn in der 31. Minute Topskorer Simon Gamache bei seiner Grosschance mitten in den Davoser Sturmlauf das 3:1 für die Gäste erzielt hätte. Stattdessen fiel 100 Sekunden später durch Vaclav Varada der 2:2-Ausgleich. Und statt Gamache hiess der umjubelte Held letztlich Michel Riesen. Riesen erzielte in der 38. Minute das 3:2 und mit einem wuchtigen Slapshot in der 55. Minute - 80 Sekunden nach Sébastien Bordeleaus Ausgleich - das 4:3. Riesen bejubelte am Samstagabend seine Saisontore Nummer 15 und 16. Er ist der «heisseste» Akteur der Liga; denn elf Tore erzielte er innerhalb der letzten zweieinhalb Wochen.

Am Sonntag in Basel musste Riesen erstmals nach sechs Spielen wieder ohne persönliches Erfolgserlebnis unter die Dusche. Dafür trafen Alexander Chawanow (1. Saisontor), André Baumann (2.) und in der Overtime Reto von Arx zum 3:2-Auswärtssieg. In der Tabelle wuchs Davos' Vorsprung auf Bern nach der Wochenend-Doppelrunde auf neun Punkte an.

Hinter Davos (56 Punkte) und Bern (47) folgen mit Kloten (44), Lugano (44), Rapperswil (51) und den ZSC Lions (38) jene Teams, welche die Playoffqualifikation realisieren werden, wenn nichts Aussergewöhnliches mehr dazwischen funkt. Alle gewannen übers Wochenende mindestens eine Partie, der aufrückende HC Lugano sogar beide. Einen spektakulären Sieg errangen die Kloten Flyers: Sie kassierten in Langnau drei Gegentore in 60 Sekunden und lagen 0:3 (und später 2:4) zurück, schafften mit drei Toren in fünf Minuten im Finish aber die Wende. Verteidiger Marco Klöti gelang mit dem zehnten NLA-Tor (im 666. Spiel) in Überzahl das Siegtor zum 5:4 (52.).

Am Strich klafft eine 7-Punkte-Lücke. Servette (7.) und Zug (8.) belegen derzeit mit je 36 Zählern die letzten Playoffplätze. Der HC Genf-Servette verlor sieben der letzten acht Partien und erwies sich am Samstag nach dem 1:3 in Ambri als schlechter Verlierer. Die Genfer verweigerten - als Protest gegen die ihrer Meinung nach schwache Schiedsrichterleistung von Danny Kurmann - Ambri das Shakehands. Auch der EV Zug verlor nach einer guten Phase im November (mit acht Siegen) den Rhythmus. Am Samstag gegen Lugano bezogen die Zuger die dritte Niederlage in Serie; zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen verschliefen sie den Start. Vergangenen Dienstag in Kloten lag Zug nach sechs Minuten 0:3 zurück und verlor 2:7; am Samstag daheim gegen Lugano stand es nach zehn Minuten wieder 0:3 und am Ende 1:4.

Aber wer sollte von unten noch den Sprung über die Trennlinie schaffen? Langnau, das sogar nach einer 3:0-Führung verliert? Oder der EHC Basel, der übers vergangene Wochenende wiederum zweimal verlor? Oder Fribourg, das diese Saison erst zwei Heimspiele gewann? Oder Ambri, das seit Ende Oktober als einzige Mannschaft gegen Schlusslicht Fribourg verlor - und das erst noch zweimal?

Ambris Hoffnungen bekamen am Sonntagnachmittag im siebten Spiel unter Trainer Larry Huras (4 Siege, 3 Niederlagen) einen herben Dämpfer. Zwar holten die Leventiner in Freiburg zweimal einen Zwei- Tore-Rückstand auf; auf das 4:5 durch den tschechischen Stürmer Jozef Balej fünf Minuten vor Schluss (in Unterzahl kassiert) fand Ambri-Piotta aber keine Antwort mehr.

NLA, 25. Runde. Am Sonntag:

Basel - Davos 2:3 n.V. (0:0, 0:2, 2:0, 0:1)

St.Jakob-Arena. - 4007 Zuschauer. - SR Schmutz, Hofmann/Schmid.

Tore: 22. Chawanow (Burkhalter/Ausschluss Tarvainen) 0:1. 38. Baumann (Winkler, Reto von Arx) 0:2. 42. Tarvainen (Plavsic, Anger/Ausschluss Rizzi) 1:2. 48. Tschuor (Voegele, Schnyder) 2:2. 65. (64:28) Reto von Arx (Müller) 2:3. - Strafen: 9mal 2 Minuten gegen Basel, 10mal 2 plus 10 Minuten (Daigle) gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Nüssli; Daigle.

Basel: Manzato; Plavsic, Voisard; Liimatainen, Bright; Bundi, Gerber; Collenberg; Anger, Campbell, Walker; Nüssli, Chatelain, Tarvainen; Fuchs, Camenzind, Della Rossa; Schnyder, Tschuor, Voegele; Tschannen.

Davos: Hiller; Crameri, Winkler; Chawanow, Blatter; Müller, Furrer; Heberlein; Daigle, Reto von Arx, Riesen; Burkhalter, Rizzi, Baumann; Varada, Marha, Guggisberg; Leblanc, Ambühl, Wieser.

Bemerkungen: Basel ohne Astley und Wüthrich, Davos ohne Sarault, Gianola (ale verletzt) und Jan von Arx (krank). 50. Tor Basel wegen hohem Stock annulliert. 53. Lattenschuss Walker.

Fribourg - Ambrì-Piotta 5:4 (2:1, 1:1, 2:2)

St-Léonard. - 3890 Zuschauer. - SR Jonak (Slk), Wehrli/Wirth.

Tore: 8. Benjamin Plüss 1:0. 9. Sprunger (Monnet, Andrej Bykow) 2:0. 10. Imperatori 2:1. 38. Du Bois (Domenichelli/Ausschluss Naumenko!) 2:2. 40. (39:04) Heins (Monnet, Sarno/Ausschlüsse Naumenko, Siritsa) 3:2. 42. (41:58) Neuenschwander (Bastl/Ausschluss Studer!) 4:2. 44. (43:19) Domenichelli (Pont, Somervuori/Ausschlüsse Studer, Munro) 4:3. 44. (43:43) Trudel (Du Bois/Ausschluss Murno) 4:4. 55. Balej (Bastl, Monnet/Ausschluss Naumenko) 5:4. - Strafen: 10mal 2 plus 10 Minuten (Heins) gegen Fribourg, 12mal 2 Minuten gegen Ambri. - PostFinance-Topskorer: Sarno; Trudel.

Fribourg: Munro; Ngoy, Heins; Reist, Birbaum; Studer, Marquis; Seydoux; Neuenschwander, Bastl, Botter; Balej, Sarno, Holden; Sprunger, Andrej Bykow, Monnet; Zenhäusern, Montandon, Benjamin Plüss.

Ambri-Piotta: Bäumle; Naumenko, Tallarini; Du Bois, Gianini; Svensson, Höhener; Ott; Demuth, Domenichelli, Trudel; Kostovic, Bianchi, Baldi; Somervuori, Pont, Schena; Imperatori, Siritsa, Nicola Celio.

Bemerkungen: Fribourg ohne Berger, Haldimann und Geoffrey Vauclair, Ambri-Piotta ohne Cereda (alle verletzt). - Timeout Ambri (9.).

Lugano - Rapperswil-Jona 4:3 (1:0, 2:2, 1:1)

Resega, - 3025 Zuschauer.- SR Stalder, Simmen/Sommer.

Tore: 15. Wilson (Sannitz/Ausschluss Eloranta) 1:0. 21. (20:46) Hentunen (Wallin, Jeannin/Ausschlüsse Koivisto, Fischer) 2:0. 29. Fischer (Czerkawski) 2:1. 36. Nittel (Schrepfer, Koivisto) 2:2. 39. Reuille (Romy, Wilson) 3:2. 47. Hürlimann (Geyer) 3:3. 48. Wilson (Sannitz) 4:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 7mal 2 plus 10 Minuten (Eloranta) gegen Rapperswil-Jona. - Postfinance-Topskorer: Wallin; Czerkawski.

Lugano: Züger; Julien Vauclair, Tärnström; Strudwick, Hänni; Snell, Cantoni; Hentunen, Wallin, Jeannin; Gardner, Sannitz, Wilson; Tristan Vauclair, Romy, Reuille; Näser, Wirz, Murovic.

Rapperswil-Jona: Streit; Koivisto, Geyer; Fischer, Gmür; Schefer, Guyaz; Bayer; Nordgren, Kamber, Eloranta; Czerkawski, Bütler, Micheli; Walser, Nittel, Schrepfer; Morger, Hürlimann, Müller.

Bemerkungen; Lugano ohne Chiesa, Hirschi und Conne, ohne Roest, Murray und Berger (alle verletzt). 20. Pfostenschuss Jeannin. 21. Pfostenschuss Wallin. 59. Timeout Rapperswil. Rapperswil ab 58:47 ohne Goalie.

(mat/si)

LEADER: Davos thront nicht nur geographisch in einsamer Höhe. Durch die Erfolge gegen Bern und Basel baute der HCD den Vorsprung auf den ersten Verfolger Bern auf neun Punkte aus.

WANDERVOGEL: Die Tour de Suisse von Ahren Nittel ging am Wochenende weiter. Weil die SCL Tigers den Leihvertrag mit dem Davoser nicht verlängern wollten, spielte das kanadische Kraftpaket am Samstag und Sonntag für die Rapperswil-Jona Lakers und erzielte beim 3:4 in Lugano auch ein Tor. Ob die St. Galler den unfreiwilligen «Wandervogel» weiter beschäftigen werden, ist noch nicht bekannt.

SERIENENDE: Die Tormaschine ist bei Michel Riesen derzeit gut geölt. Beim 4:3-Sieg des HC Davos gegen Bern erzielte der Seeländer eine Doublette. Es waren Riesens Tore 10 und 11 in sechs Partien. Am Sonntag blieb Riesen dann beim 3:2 in Basel erfolglos, womit er er nicht schaffte, Paul Di Pietro (Zug) und Landon Wilson (Lugano) zu übertreffen.

ZUSCHAUER: Einen Augenschein von Michel Riesens starker Form nahmen 6725 Zuschauer, was in der Davoser Eissporthalle Saisonrekord bedeutete. So viele Leute im schmucken «Tempel» erschienen in einem NLA-Qualifikationsspiel zuletzt am 8. Januar 2005 beim 4:0 gegen die ZSC Lions (6914).

DOPPELTE PREMIERE: Langnau erzielte am Samstag gegen Kloten innert 60 Sekunden die schnellste Triplette der Saison. Dies hinderte die Zürcher aber nicht daran, als erstes Team des Jahres einen Dreitore-Rückstand erfolgreich zu korrigieren.

Skorerliste Nationalliga A: 1. Kimmo Rintanen (Kloten) 39 Punkte (15 Tore/24 Assists). 2. Simon Gamache (Bern) 39 (12/27). 3. Domenico Pittis (Kloten) 33 (12/21). 4. Stacy Roest (Rapperswil-Jona) 33 (8/25). 5. Jean-Guy Trudel (Ambri-Piotta) 31 (17/14). 6. Paul Di Pietro (Zug) 31 (14/17). 7. Hnat Domenichelli (Ambri-Piotta) 31 (12/19). 8. Alexandre Daigle (Davos) 30 (15/15). 9. Christian Dubé (Bern) 30 (11/19). 10. Serge Aubin (Genf-Servette) 29 (15/14).

Die nächsten Spiele: Dienstag, 5. Dezember. 25./30. Runde: Genf-Servette - Zug (19.45 Uhr). Davos - Kloten (19.45). - Mittwoch, 6. Dezember. 38. Runde: ZSC Lions - Lugano (19.45 Uhr). - Freitag, 8. Dezember. 27. Runde: Zug - Basel (19.45 Uhr).

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