Aktualisiert 23.01.2008 20:24

Heath Ledger: Der sensible Star mit dem «gewissen Etwas»

Wenn im Sommer der neue Batman-Film «The Dark Knight» Premiere feiert, wird einer der Darsteller auf dem roten Teppich fehlen: Heath Ledger, der die Rolle des «Joker» spielt, wurde tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden.

2006 war er für seine Rolle als zwischen Konvention und Neigung zerrissener homosexueller Cowboy Ennis Del Mar in «Brokeback Mountain» für einen Oscar nominiert worden. Die Autorin der literarischen Vorlage, Annie Proulx, lobte damals, Ledgers Darstellung sei jenseits von dem, was mit Worten beschrieben werden könne.

Pretty-Boy-Klischee

Ledger wurde am 4. April 1979 im australischen Perth als Sohn einer Französischlehrerin und eines Rennfahrers und Bergbauingenieurs geboren. Obwohl er als Jugendlicher auch als Hockeyspieler von sich reden machte, war Ledgers Passion schon früh die Schauspielerei.

Mit 13 Jahren spielte er seine erste kleine Filmrolle. Bekannt wurde er in seinem Heimatland schliesslich 1996 durch die TV-Serie «Sweat», in der er einen jungen schwulen Radfahrer mimte, der für die Olympischen Spiele trainiert. Er hätte auch die Rolle eines heterosexuellen Schwimmers wählen können, doch war er der Meinung, ein kontroverser Charakter würde ihn schneller vorwärtsbringen.

In der Schule belegte er «Drama», weil die einzige Nebenfach-Alternative «Kochen» war. Eine klassische Schauspiel-Ausbildung genoss er aber nie. Dennoch zog er als 19-Jähriger nach Hollywood.

Obwohl er von Beginn an den Erfolg als Charakterschauspieler suchte, war sein erster Hollywood-Film «10 Things I Hate About You» eine Komödie, die ihn in die «Pretty-Boy»-Ecke stellte. 2001 setzte ihn das «People»-Magazin auf die Liste der 50 schönsten Menschen der Welt.

Bringt Leinwand zum Leuchten

Eine Chance, sich im ernsthaften Genre zu beweisen, bekam er im Jahr 2000, als Mel Gibson auf seinen jungen Landsmann aufmerksam wurde und ihn unter 500 Bewerbern für die Rolle seines Sohnes in dem Kriegsfilm «The Patriot» vom deutschen Regisseur Roland Emmerich auswählte. Ledger besitze dieses «gewisse Etwas», das eine «Leinwand zum Leuchten bringe», lobte Gibson.

Durch die Zusammenarbeit mit Gibson und Emmerich hatte Ledger sich einen Namen gemacht. Es folgten Rollen in den Filmen «A Knight's Tale», «Monster's Ball» und «The Four Feathers».

Im Jahr seines grossen Durchbruchs 2005 spielte er ausser in «Brokeback Mountain» auch in «Brothers Grimm» und «Casanova». Ab 14. Februar ist er bei uns ausserdem in «I'm not there» zu sehen.

Schüchtern und sensibel

Mit vermehrter Leinwandpräsenz interessierten sich auch Boulevard-Blätter und Fotografen zunehmend für den Australier. Die Aufmerksamkeit steigerte sich noch, als 2005 Ledgers Tochter Matilda zur Welt kam, deren Mutter Michelle Williams und deren Pate Jake Gyllenhaal übrigens beide zum «Brokeback Mountain»-Team gehörten.

Ledger selbst beschrieb sich zwar als ehrgeizig und ungeduldig, wehrte sich jedoch immer dagegen, in seiner Freizeit von Paparazzi abgelichtet zu werden. Er sei ein scheuer Mensch gewesen, sagt seine Schauspielkollegin Emile Sherman, mit der er 2006 für «Candy» vor der Kamera stand. Er habe eine sensible und empfindsame Persönlichkeit mit «emotionaler Tiefe». (dapd)

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