Aktualisiert 24.01.2008 13:26

«Heath Ledger ist jetzt in der Hölle»

Die Spekulationen, ob die Todesursache von «Brokeback Mountain»-Star Heath Ledger ein Unfall oder ein Selbstmord war, werden weitergehen: Die Autopsie lieferte keine eindeutigen Ergebnisse. Fanatiker drohen derweil, die Beerdigung zu stören.

Der australische Schauspieler Heath Ledger ist 28-jährig gestorben. Er wurde am Dienstag tot in seiner Wohnung in New York entdeckt. Ledger wurde in der Rolle eines schwulen Cowboys im Film «Brokeback Mountain» berühmt. Laut der Polizei fanden eine Masseurin und ein Dienstmädchen Ledger am Dienstagnachmittag nackt und leblos in seinem Bett, nachdem er nicht zu seinem Behandlungstermin im Wohnzimmer erschienen war.

Autopsie ohne Ergebnis

Bei einer ersten Autopsie konnte keine konkrete Todesursache festgestellt werden. Die ersten Ergebnisse seien unzureichend, um die Todesursache zu ermitteln, sagte eine Sprecherin der Gerichtsmedizin in New York. Es müssten weitere toxikologische Untersuchungen sowie Gewebetests vorgenommen werden. Dies könne bis zu zwei Wochen dauern. Dabei soll laut US-Medien auch festgestellt werden, ob der Australier eventuell an einer nicht diagnostizierten Herzschwäche gelitten habe.

Ein Polizeisprecher sagte, im Apartment seien rezeptpflichtige Schlafmittel gefunden worden. Fremdverschulden werde ausgeschlossen und für Selbstmord fehlten Anzeichen wie etwa ein Abschiedsbrief. Ledgers Familie sprach von einem tragischen Unfall. Zahlreiche Fans legten Blumen und Karten vor deren Haus in Perth nieder.

«Aussie Hollywood Mafia»

Der australische Premierminister Kevin Rudd sowie zahlreiche Schauspieler bedauerten den Tod des aufstrebenden Darstellers. Gemeinsam mit Mel Gibson, Nicole Kidman, Russell Crowe, Naomi Watts und Hugh Jackman hatte Ledger der (scherzhaft) so genannten «Aussie Hollywood Mafia» angehört. Der Vater des Verstorbenen, Kim Ledger, verlas vor seinem Haus eine Erklärung, in der er den Tod seines Sohnes als «tragisch, verfrüht und durch einen Unfall verursacht» bezeichnete. Den Verstorbenen beschrieb er als «bodenständig, grosszügig, warmherzig und selbstlos».

Premierminister Rudd bedauerte, sein Land habe einen der besten Schauspieler in der Blüte seines Lebens verloren. Mel Gibson, der 2001 in «The Patriot» neben ihm spielte, sagte: «Ich hatte solch grosse Hoffnungen für ihn.» Nicole Kidman bezeichnete den Tod Ledgers als «Tragödie» und Hollywood-Star John Travolta beschrieb ihn als einen seiner Lieblingsschauspieler.

Spielte auch unter der Regie von Marc Forster

Ohne je eine Schauspielschule besucht zu haben, stand der begabte Ledger schon als Teenager in Australien vor der Kamera, beispielsweise in der Serie «Sweat». Mit 19 Jahren kam er nach Hollywood und drehte dort die Komödie «10 Things I Hate About You».

In Marc Forsters Melodram «Monster's Ball» gab er 2002 Billy Bob Thorntons sensiblen Sohn, der sich umbringt. Der Outlaw «Ned Kelly» war 2003 wieder eine Titelrolle, ebenso wie der Märchensammler Jakob Grimm in «Brothers Grimm» von 2005.

Für seine Darstellung eines schwulen Cowboys in Ang Lees «Brokeback Mountain» wurde er mit erst 26 Jahren für einen Oscar nominiert. Der Regisseur verglich ihn damals mit dem jungen Marlon Brando.

Vor kurzem beendete er die Dreharbeiten zum neuen Batman-Film «The Dark Knight», der im Sommer in die Kinos kommt. Derzeit ist er in «I'm not There» zu sehen. Der Film über Bob Dylan wird am 14. Februar bei uns anlaufen.

«Einfach losziehen und anfangen»

Ledger, der zuvor unter anderem mit Naomi Watts ausgegangen war, hatte zusammen mit der Schauspielerin Michelle Williams eine zweijährige Tochter. Williams unterbrach am Mittwoch Dreharbeiten in Schweden und flog nach New York, wie die Zeitung «Aftonbladet» berichtete. Ledger und Williams hatten sich im September getrennt.

In einem Interview sagte Heath Ledger einmal: «Ich bin nicht gut dabei, meine Zukunft zu planen. Ich lebe völlig in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft.

Dass er nie eine formale Ausbildung genossen hatte, bereute er nicht. «Mein Instinkt hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Ich bin ungeduldig, ich wollte nicht jahrelang warten, um arbeiten zu können. Ich wollte einfach losziehen und anfangen», sagte er 2001.

(sda)

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