Sportliche Politiker: Heer macht Fitness, Widmer-Schlumpf Zumba
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Sportliche PolitikerHeer macht Fitness, Widmer-Schlumpf Zumba

Nicht nur Obama stählt seinen Körper, auch Schweizer Politiker schwitzen für mehr Muskeln: Widmer-Schlumpf tanzt Zumba und Nationalrätin Maya Graf macht täglich 20 Liegestütze.

von
S. Marty

US-Präsident Barack Obama macht dieser Tage nicht mit Politik von sich reden, sondern vielmehr mit seinem Fitnessprogramm: Im Internet kursiert derzeit ein Video, das den mächtigsten Mann Amerikas beim Hantelnstemmen und Ausdauertraining im Fitnessstudio zeigt. Auch die mächtigsten Männer müssen sich schliesslich halten.

Doch wie steht es eigentlich um die körperliche Fitness unserer Politiker? Sind sie genauso sportlich wie der Rest der Schweizer? Diese bewegen sich laut einer neuen Studie des Bundesamts für Sport nämlich immer regelmässiger. 69 Prozent der 15- bis 74-Jährigen treiben heute mindestens einmal pro Woche Sport.

20 Minuten wollte es genauer wissen und hat im Parlament nachgefragt. Und siehe da: Auch in Bundesbern wird geschwitzt, was das Zeug hält.

Widmer-Schlumpf tanzt Zumba

So hat Nationalrätin Maya Graf (Grüne) eine parlamentarische Damensportgruppe ins Leben gerufen. Auf dem Programm steht pro Session je eine Jogging-, Walking- und Zumba-Stunde. Selbst Bundesrätin Eveline-Widmer Schlumpf nehme an der Zumba-Lektion teil, wenn sie Zeit dafür finde. «Spass an der Bewegung, an der Musik und daran, sich mal ausserhalb der Politik ganz anders zu begegnen, steht im Mittelpunkt.»

Und wie hält sie sich selbst fit? «Ich betreibe Alltagsfitness. Ich nehme immer die Treppe und laufe überallhin, wenn es geht», sagt die 52-Jährige, die erst kürzlich auch beim FC Nationalrat ihre Ausdauer bewiesen hat. «Ach ja, ich mache jeden Abend zwanzig Liegestütze – und wohlgemerkt keine Frauenliegestütze.»

«Ich schaue, dass mein Po knackig bleibt»

Auch Parteikollegin Aline Trede war beim Fussballspielen und beim Zumba schon dabei. «Das war wirklich anstrengend.» Normalerweise aber zieht es die Nationalrätin (Grüne) eher nach draussen: Segeln, Beachvolleyball oder Rennvelofahren seien ihre liebsten Sportarten. «Erst kürzlich habe ich an einer Mountainbike-Tour teilgenommen. Ein Bike steht jetzt auch auf meiner Geburtstags-Wunschliste», sagt die junge Mutter, die dennoch eingesteht, seit der Geburt ihres Kindes leider weniger Zeit für Sport zu haben.

An Zeit scheint es dem SVP-Nationalrat Alfred Heer nicht zu mangeln – sicher dreimal die Woche versucht er seinen Körper zu stählen. Je nach Wetter zieht es den 52-Jährigen ins Fitnessstudio oder auch auf den Vitaparcour: «Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, schaue aber schon, dass mein Po knackig und meine Arme muskulös bleiben», so Heer, der auch mal auf ein Abendessen verzichtet, legt er um die Hüften etwas zu. «Ich schaue schon öfter in den Spiegel.» So habe er in letzter Zeit vier Kilo abgenommen und sei mit seinen 80 Kilos nun wieder zufrieden.

Klimmzugstange auf der Loggia

Rundum glücklich mit seiner Figur zeigt sich auch Nationalrat Bastien Girod (Grüne), der seinen Körper mit Crossfitness in Schwung hält. Jeden Tag eine andere Übung, manchmal drinnen, manchmal draussen: «Nur leider fehlt es in der Stadt Zürich an Klimmzugstangen, deshalb habe ich halt einfach eine auf meiner Loggia montiert», so der 33-Jährige. Der sportliche Ausgleich helfe ihm, Dampf abzulassen, wenn es in Bern mal nicht nach seinen Vorstellungen verlaufe.

Auf die Frage, wie es bei so viel sportlicher Aktivität denn um sein Sixpack stehe, meint er schmunzelnd: «Dies müssen wohl andere entscheiden.» Zeigen wollte er seine Bauchmuskeln dann aber trotzdem nicht: «Das mache ich erst, wenn ich wieder im Wahlkampf bin und Überzeugungsarbeit leisten muss.»

Diese Zeiten des Sixpacks seien bei ihm schon vorbei, meint FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen auf dieselbe Frage. Früher habe er viel Unihockey gespielt und entsprechende Bauchmuskeln vorweisen können. Doch auch heute bezeichnet sich der 32-Jährige noch immer als Sportskanone: «Fussball, Wandern, Hockey – der Teamsport hat es mir angetan», so Wasserfallen. Und so würde er gar behaupten, einer der wenigen Parlamentarier zu sein, der mit seinem Gewicht über die Zeit im Rat stabil geblieben sei.

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