Heer von Polizisten beschützt Busse
Aktualisiert

Heer von Polizisten beschützt Busse

Nach Brandangriffen auf bislang vier Stadtbusse durch Jugendbanden schickt die französische Regierung eine Armada von Polizisten auf die Strassen. Heute jährt sich der Beginn der Unruhen in den Problemvierteln zum ersten Mal.

«Ich habe beschlossen, die Gesamtheit der verfügbaren mobilen Einsatzkräfte für die Sicherheit der Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs zu mobilisieren», sagte Innenminister Nicolas Sarkozy nach einem Krisentreffen mit den Verkehrsbetrieben am Donnerstagabend in Paris.

«Wir arbeiten auf allen heiklen Linien zu allen heiklen Stunden», sagte Sarkozy. Der öffentliche Dienst solle «nirgendwo in der Republik» unterbrochen werden.

Zu neuerlichen Auseinandersetzungen kam es am späten Donnerstagabend, als Jugendliche in der Nähe des Unruheviertels Bosquets (Seine-Saint-Denis) in Montfermeil ein Auto anzündeten. Ein Polizeibeamter wurde durch Steinwürfe leicht verletzt.

Die Krawalle fanden in der Nähe des Hauses des Bürgermeisters Xavier Lemoine statt. Der UMP-Politiker hatte im April alle Ansammlungen von mehr als drei Jugendlichen verboten. Bereits im Mai wurde sein Haus mit Steinen beworfen und das Rathaus mit Molotow- Cocktails beschädigt.

In der Nacht zum Donnerstag waren bei Paris und Lyon mehrere Busse von Jugendbanden gestürmt und angezündet worden. Busfahrer weigerten sich daraufhin, bestimmte Viertel im Dunkeln anzufahren.

In Frankreich jährt sich am diesem Freitag der Beginn der landesweiten Vorstadt-Unruhen. Anlass war vor einem Jahr der Tod von zwei Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois, die sich auf der Flucht vor der Polizei in einem Hochspannungstransformator versteckt hatten und dort durch Stromschläge umkamen.

Daraufhin war es zu Krawallen in Städten überall in Frankreich gekommen. Mehr als 10 000 Fahrzeuge gingen damals während der drei Wochen dauernden Unruhen in Flammen auf, und 300 Gebäude wurden angezündet. (sda)

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