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Früher Start zu 1.-Mai-FestHeftige Kritik an Stadtrat

Der Stadtrat bewilligt das 1.-Mai-Fest erstmals seit sechs Jahren bereits für 14 Uhr. Die SVP ist empört. Auch der Polizeibeamten-Verband übt Kritik am Entscheid.

von
David Torcasso
Zu vielen Pausen werden die Polizisten am 1. Mai kaum kommen. (key)

Zu vielen Pausen werden die Polizisten am 1. Mai kaum kommen. (key)

Der Tag der Arbeit fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Der Stadtrat hat aus diesem Grund das Fest auf dem Kasernenareal bereits ab 14 Uhr bewilligt; der Anlass soll bis 22 Uhr dauern. «Ein späterer Beginn wäre einem Festverbot gleich gekommen», erklärt Reto Casanova, Sprecher des Polizeidepartements. Am 1. Mai 2010 durfte das Fest erst um 20 Uhr beginnen. Erfreut über den Entscheid des Stadtrats ist Anna Klieber vom 1.-Mai-Komitee: «Wir haben uns diese Anfangszeit vom Stadtrat gewünscht. Damit können wir gleich nach der Schlusskundgebung mit dem Fest anfangen.»

Mauro Tuena, Fraktionspräsident der Zürcher SVP, ist empört über die Bewilligung: «Polizeivorsteher Daniel Leupi beugt sich in einem regelrechten Kniefall dem 1.-Mai-Komitee.» Der Gemeinderat habe mehrere Vorstösse zum zeitgleichen Beginn von Schlusskundgebung und Fest abgelehnt. «Aus vergangenen Jahren ist bekannt, dass Chaoten den früheren Festbeginn ausnutzen, um aus der Menge ungehindert zu randalieren», so Tuena. «Leupi möchte lieber seiner Wählerschaft entgegenkommen als den Kreis 4 schützen.» Auch Werner Karlen, Präsident des städtischen Polizeibeamtenverbands, kritisiert den Entscheid des Stadtrats: «Weil so schon am frühen Nachmittag zahlreiche Menschen in den Kreis 4 kommen, kann es früher Scharmützel geben – das macht die Polizeiarbeit noch schwieriger.»

Calmy-Rey und Gysi als Redner

Für die Schlusskund­ge­bung auf dem Bürkliplatz (12 Uhr) konnten der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich und das 1.-Mai-Komitee prominente Redner verpflichten: Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey (SP) und Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der deutschen Linken. Die Kundgebung zum Tag der Arbeit steht unter dem Motto «Lohndruck stoppen – Mindestlöhne jetzt!». Das 1.-Mai-Komitee wird den Umzug unter dem Motto «Ausbrechen!» durchführen.

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