Heftige Stürme über der Schweiz und Europa
Aktualisiert

Heftige Stürme über der Schweiz und Europa

Schwere Unwetter haben mehrere Länder Europas heimgesucht. In der Schweiz erreichte der Sturm Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 130 Kilometern pro Stunde.

Meldungen über Schäden lagen am Freitagmorgen zunächst nicht vor. Die höchste Geschwindigkeit mass MeteoSchweiz auf dem Chasseral mit 139 Kilometern pro Stunde. Mit Tempo 130 zog die Front auch über den Säntis hinweg. Im Flachland wurden in Zürich 110 Kilometer pro Stunde erreicht. Die stärksten Böen wurden zwischen Mitternacht und 02.00 Uhr gemessen. Danach schwächte sich der Sturm ab; auch am frühen Morgen blies es in höheren Lagen aber noch mit bis zu 90 km/h.

Schwere Unwetter in Europa

Vor der Südostküste Irlands erreichten die Stürme Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern, teilte die Küstenwache am Donnerstagabend mit. Zwei Fischerboote wurden vor der Südostküste Irlands vermisst. Sieben Fischer würden noch gesucht. Zwei Männer konnten durch einen Helikoptereinsatz gerettet werden. Die Suche den Männern werde im Morgengrauen fortgesetzt, hiess es. Allerdings gebe es nicht mehr viel Hoffnung.

«Die Bedingungen in der Region sind furchtbar», sagte ein Sprecher der irischen Küstenwache. Die Winde hätten eine Sturmstärke von zehn erreicht. In Somerset im Südosten Englands wurde ein Mann von einem Baum erschlagen.

Fährverkehr eingestellt

An der Ostküste Englands wurde Flutalarm gegeben. Der Fährverkehr im Ärmelkanal wurde eingestellt. Die Behörden in Frankreich befürchteten zudem eine Einschränkung des Frachtverkehrs im Eurotunnel.

Auch in Belgien forderte der Sturm ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Auf der Autobahn von Brüssel nach Lüttich verunglückte ein Autofahrer wegen starker Sturmböen mit seinem Fahrzeug tödlich, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag.

Herabfallende Äste verletzten mehrere Menschen im ganzen Land. Der Sturm deckte Häuser ab und knickte Bäume um. In Brüssel wurden die grossen Parks für die Öffentlichkeit gesperrt.

Flugverkehr beeinträchtigt

In den Niederlanden wurde der Flugverkehr in Schiphol beeinträchtigt. Knapp ein Drittel der Flüge hätte gestrichen werden müssen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf Angaben des Flughafens.

Der deutsche Wetterdienst gab für fast alle Bundesländer Wetterwarnungen heraus. In Küstennähe und im Bergland bestand weiterhin Unwettergefahr durch orkanartige Böen.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia erreichten die Windböen über Deutschland Spitzengeschwindigkeiten von über 170 Stundenkilometern, auf der Insel Borkum waren es 178 Stundenkilometer.

Sturmflut in Hamburg

In der Nacht war das Sturmtief «Franz» mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern auch über die Nordseeküste Deutschlands gefegt. In der Hansestadt Hamburg kam es deshalb am Freitagmorgen zu einer «schweren Sturmflut», die nach Angaben der Behörden aber glimpflich verlief.

Der Hamburger Fischmarkt und Teile der Speicherstadt waren zeitweise überflutet. Der Wasserstand stieg bis auf 4,77 Meter, das sind 2,77 Meter über mittlerem Hochwasser. Da aber die Deiche und Flutschutzmauern der Stadt eine Mindesthöhe von 7,20 Meter haben, habe keine ernsthafte Gefahr bestanden.

Das Wetter sollte sich im Laufe des Freitagvormittags weiter beruhigen. Der Deutsche Wetterdienst hob nicht nur an der deutschen Küste die Orkanwarnungen auf sondern auch in fast allen Gebieten im Osten Deutschlands und in Südbayern. (sda)

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