Kanton Aargau: Heftiger Streit um Alimenten-Inkassostelle
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Kanton AargauHeftiger Streit um Alimenten-Inkassostelle

Im Aargau tobt ein Kampf um die Alimenten-Inkassostelle (AIK) der Frauenzentrale Aargau. Eine Gruppe von Politikern will zusammen mit der Stellenleiterin die Abspaltung erzwingen. Die Frauenzentrale (FZA) wehrt sich vehement dagegen und schaltete die Polizei ein.

Zum Eklat kam es am Freitag, wie die FZA-Präsidentin Susi Rupp an einer Medienkonferenz am Dienstag in Aarau sagte. Die AIK-Stellenleiterin habe die Verantwortlichen der FZA über die sofortige Trennung der Stelle und die Kündigung aller Mitarbeiter informiert.

Die Stellenleiterin gab zusammen mit einer Gruppe von Politikern die Trennung der AIK aus der Frauenzentrale bekannt. Hinter der Abspaltung steht neben mehreren Grossräten auch Alt-Regierungsrat Kurt Wernli.

Die Alimenten-Inkassostelle betreut das Alimenteninkasso von über 120 Aargauer Gemeinden und hat in den vergangenen Jahren jeweils kostendeckende Abschlüsse erzielt. Neun Angestellte betreuten 1200 Mandate und setzten insgesamt sechs Millionen Franken um.

Die FZA akzeptiert die Trennung nicht. Sie tauschte im Büro der Alimenten-Inkassostelle in Brugg AG die Schlösser aus und sperrte die Bankkonten. Die Gruppe der Abspalter brach jedoch in das Büro ein und nahm die Akten sowie den Server mit.

Die FZA erstattete darauf Strafanzeige bei der Polizei und stellte den Abspaltern ein Ultimatum für die Rückgabe der Dokumente. Beide Seiten beharren auf ihren Standpunkten. Die Abspalter begründen ihr Vorgehen mit einem «zunehmend belasteten Verhältnis» der Mitarbeitenden. (sda)

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