Aktualisiert 07.06.2006 17:45

Heftiger Streit zwischen USA und UNO

Zwischen der US-Regierung und der Führung der UNO ist es zu einem heftigen Streit gekommen. Der UNO-Botschafter der USA, John Bolton, warf Kofi Annans Stellvertreter vor, er habe «das amerikanische Volk beleidigt».

Bolton forderte UNO-Generalsekretär Kofi Annan dazu auf, seinen Stellvertreter Mark Malloch Brown zur Ordnung zu rufen. Dieser habe «unzulässige» Kritik an den Vereinigten Staaten geäussert, sagte Bolton am Mittwoch. Annan lehnte dies ab. Sein Sprecher sagte: «Der Generalsekretär steht zur Erklärung seines Stellvertreters und stimmt mit der Stossrichtung überein. Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass irgendwelche Massnahmen gegen den Stellvertreter ergriffen werden.»

Malloch Brown, ein Brite, hatte der US-Regierung vorgeworfen, die Vereinten Nationen ständig als Mittel zur Verwirklichung ihrer Ziele zu nutzen. Gleichzeitig nehme die US-Regierung die UNO nie gegen Kritik in Schutz, und sei diese noch so ungerecht. Dadurch überlasse sie das Feld in den US-Medien den «lautesten Gegnern» der Weltorganisation. «So wird man früher oder später die Unterstützung der UNO verlieren.»

Bolton warf Malloch Brown vor, er habe mit seinen Äusserungen das amerikanische Volk beleidigt, und dies stehe ihm als «UNO- Funktionär» nicht zu. «Das ist ein sehr, sehr schwerwiegender Fehler», sagte er. «Generalsekretär Kofi Annan muss eingreifen und sich persönlich und öffentlich von dieser Rede distanzieren.» Wenn dies nicht geschehe, «wird dies den UNO sehr schaden», drohte Bolton. Das Verhältnis zwischen Bolton und der UNO-Spitze ist seit langem vergiftet. (sda)

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