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Heftiger Sturm fegte über das Mittelland

Heftige Winde und Gewitter sind in der Nacht auf Freitag über das Mittelland gezogen. Der Wind erreichte Böenspitzen von bis zu 100 Stundenkilometer. Verletzt wurde niemand. In Reinach AG wurde das Dach eines Schulhauses wegkatapultiert.

Ein Grossteil des Daches sei rund 200 bis 300 Meter durch die Luft geflogen, sagte Markus Ehrismann, der Abwart des Schulhauses. Der Schaden wird vom Bauamt auf rund 100 000 Franken geschätzt. Über dem Schulhaus musste ein Notdach errichtet werden.

Zudem fegten die Böen in Reinach das Dach eines Autounterstandes weg. Dabei wurden mehrere parkierte Autos beschädigt. Der Schaden wird von der Polizei auf mehrere zehntausend Franken geschätzt.

Im ganzen Mittelland stürzten Bäume um, Keller wurden überflutet. Im Kanton Bern gingen bei der Polizei 50 Meldungen wegen umgestürzter Bäume ein. Mehr als die Hälfte davon betraf die Region Mittelland-Emmental-Oberaargau. Der Verkehr war durch umgestürzte Bäume nur meist nur kurzfristig behindert.

Auf der Autobahn A1 kollidierte ein Auto zwischen Kriegstetten und Kirchberg mit einem umgeknickten Baum. Es kam zu einer Auffahrkollision mit einem nachfolgenden Auto. In Gwatt stürzte ein Baum auf einen Campingplatz, in Münsingen wurde ein parkiertes Auto durch einen umstürzenden Baum beschädigt.

Stromausfall

Im Oberbaselbiet gingen bei der Alarmzentrale rund 30 Notrufe ein, vor allem wegen überfluteten Kellern. Viele Gemeinden waren vorübergehend ohne Strom.

In Rümlingen drohte der Homburgerbach die Strasse zu überfluten. Mit schwerem Gerät wurde das angeschwemmte Geröll weggeräumt. Die Verbindungsstrasse zwischen Ziefen und Reigoldswil war vorübergehend durch umgestürzten Bäume blockiert.

Bei der Aargauer Kantonspolizei gingen insgesamt 39 Notrufe ein. Gemeldet wurden vor allem umgestürzte Bäume und überflutete Keller. In verschiedenen Bezirken wurden zudem Bauabschrankungen umgeweht. Auch im Kanton Zürich wurden einzelne umgestürzte Bäume gemeldet.

Heftigste Böen im Aargau

Die stärksten Winde wurden im Raum Aargau/Zürich gemessen, wie bei MeteoSchweiz zu erfahren war. Die Böenspitzen erreichten dort bis zu 107 Stundenkilometer.

In der Westschweiz wurden in erhöhten Lagen starke Böen gemessen; auf dem Moléson FR lagen die Spitzenwerte bei 128,5 Stundenkilometern. In den restlichen betroffenen Gebieten wurden zwischen 60 und 80 Stundenkilometer gemessen.

Auch die Regenmengen waren lokal sehr unterschiedlich. Laut MeteoSchweiz gab es jeweils in einer sehr kurzen Phase relativ viel Niederschlag. Am meisten Regen gab es im Gebiet Aargau Richtung Jura, wo innerhalb von zehn Minuten fünf bis sechs Liter fielen.

Die Böenfront bildete sich östlich von Bern und zog dann schnell über das Mittelland. Nach Zürich schwächten sich insbesondere die Gewitter ab, die Winde zogen weiter in Richtung Bodensee.

Erdrutsche im Tessin

Auch im Tessin bereiten die starken Niederschläge Sorgen: Der Pegelstand der Maggia ist mittlerweile so hoch, dass zwei Campingplätze im Maggiatal vorsorglich evakuiert werden mussten, wie die Kantonspolizei mitteilte.

In Calezzo wurden zwei Personen aus ihrer Wohnung in Sicherheit gebracht, da drei Häuser von einem kleinen Erdrutsch bedroht waren. Mehrere kleinere Erdrutschen gingen auch in den Tälern im Norden des Kantons nieder. Einige Strassen waren vorübergehend blockiert. (sda)

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