Aktualisiert

Heiden AR: 20-Jähriger schoss Kollegen in den Rücken

Ein 20-Jähriger hat sich am Donnerstag vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verantworten müssen.

Er schoss an Ostern 2003 aus Eifersucht mit einer Schrotflinte auf Kollegen seiner minderjährigen Ex-Freundin.

Die Anklage lautet auf versuchte vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung, Gefährdung des Lebens, sexuelle Handlungen mit einem Kind und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. Zudem soll der Angeklagte weitere strafbare Handlungen vorbereitet haben. Die Staatsanwaltschaft forderte mindestens fünf Jahre Zuchthaus.

Der Angeschuldigte, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, hatte Ende 2001 in Heiden ein Mädchen kennen gelernt. In den Sommerferien 2002 kam es zum ersten Geschlechtsverkehr mit der damals 14-Jährigen. Deren Eltern wussten um das intime Verhältnis; die Mutter schickte ihr Kind zum Frauenarzt und riet ihm zur Pille.

Vorbestraft

Ende 2002 beendete das Mädchen die Freundschaft zum Angeklagten, angeblich wegen dessen Eifersucht. In der Folge bedrohte der Mann das Mädchen, seine Eltern und seinen neuen Freund verbal und mit SMS. Dafür wurde er zu zehn Tagen Gefängnis bedingt verurteilt.

Das Eifersuchtsdrame spitzte sich zu. In der Nacht auf den Ostermontag vergangenen Jahres lauerte der Angeklagte mit einer abgesägten Schrotflinte bewaffnet zwei Brüdern auf, die mit seiner Ex-Freundin bekannt waren. Am Abend zuvor schon hatten sich die drei jungen Männer in einer Beiz einen verbalen Streit geliefert.

Noch heute Schrotkugeln im Rücken

Der Mann nahm seine Flinte in den Anschlag und schoss auf einen Kontrahenten. Der fiel getroffen zu Boden. Als er aufstand und davon rannte, feuerte der Angeklagte erneut - und traf einen vorbei fahrenden Velofahrer. Jetzt nahm der Mann den mit einem Sturgewehr bewaffneten Bruder des zuerst Getroffenen ins Visier und schoss.

Er traf ihn im Beckenbereich. Als der Verletzte am Boden lag, feuerte der Angeklagte erneut auf ihn. Der am Boden liegende Mann schoss mit dem Sturmgewehr, ohne jemanden zu verletzen. Unklar ist, zu welchem Zeitpunkt. Der Sturmgewehr-Schütze war nicht angeklagt.

Die Schiesserei forderte drei Verletzte. Bei einem Mann wurde eine Unzahl von Schroteinschusslöchern auf der Körperhinterseite festgestellt. 18 Kugeln wurden operativ entfernt. Die grosse Mehrzahl der Kugeln wurde laut Anklageschrift im Körper belassen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.