Aktualisiert 27.07.2015 09:27

KampagneHeidi Happy schreibt Song für Homoehe

Die Operation Libero lanciert eine Kampagne für die Ehe für alle. Die Schweizer Musikerin Heidi Happy hat eigens einen Schwulen-Song komponiert.

von
daw

«Marry me» – «Heirate mich» heisst ein neues Lied der Singer-Songwriterin Heidi Happy. Geschrieben hat sie den Song, in dem sie die Liebe zwischen Mann und Mann sowie zwischen Frau und Frau besingt, für eine neue Kampagne namens «Summer of Love» der Operation Libero. Die Gruppe, die junge Akadamiker als Reaktion auf das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative gründeten, möchte zusammen mit den Schwulen- und Lesbenvereinen ein Zeichen für eine Schweiz setzen, «in der sich Liebe» durchsetzt.

Die Operation Libero fordert in einer Petition, die mittlerweile über 10'000 Personen unterschrieben haben, die bedingungslose Öffnung der Ehe. «Die Zeit ist überreif dafür, wie auch das Ja zur Ehe für Homosexuelle in Irland zeigt», sagt Flavia Kleiner, Co-Präsidentin der Operation Libero. Die Kampagne soll den Druck auf die eidgenössischen Räte erhöhen, der parlamentarischen Initiative «Ehe für alle» zuzustimmen. So sollen die Ständeräte nicht nur die Unterschriften der Petition, sondern auch eine riesige Hochzeitstorte ausgehändigt bekommen.

«Viele Homosexuelle wagen es nicht, sich zu outen»

Heidi Happy, die mit bürgerlichem Namen Priska Zemp heisst, findet es «erbärmlich, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz noch nicht heiraten dürfen». Es sei an der Zeit, dass Homosexuelle die gleichen Rechte erhielten wie Heterosexuelle. Noch immer gebe es viel zu viele Homosexuelle, die es nicht wagten, sich zu outen.

Homo- und heterosexuelle Paare lädt sie ein, in einem Kurzvideo ihre Liebe zu zeigen (hier). Aus den besten Zusendungen schneidet sie dann den Videoclip zum Song.

«Positionen sind längst bezogen»

Nicht begeistert von der Kampagne ist SVP-Nationalrätin Verena Herzog, die den Status der eingetragenen Partnerschaft ausreichend findet. Die Kampagne sei «typisch» für die Art von Lobbying, welche Schwulen und Lesben derzeit betrieben.

Allerdings bezweifelt sie, dass die Kampagne eine grosse Wirkung erzielen wird: «Bei einem so emotionalen Thema sind die Positionen längst bezogen. Wer glaubt, mit Song-Lobbying beeinflussen zu können, unterschätzt die Urteilsfähigkeit der Politiker», so Herzog.

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