Aktualisiert 10.03.2005 15:59

Heidi Klum: «Wer nicht fragt, kriegt auch nichts»

Autobiografien von Promis laufen prima, Ratgeber-Bücher ebenfalls. Topmodel Heidi Klum (31), möchte bei beiden Trends mitmischen.

Folglich kombinierte sie die zwei Aspekte in ihrem Buch «Heidi Klum - Natürlich erfolgreich», das jetzt in einer Auflage von 50000 Exemplaren in Deutsch erschienen ist.

Die Blonde aus Bergisch Gladbach verbindet Lebenshilfe zu Karriere, Sex und Mode mit allerlei Anekdoten aus dem Leben eines hoch bezahlten Fotomodels.

Dass der Weg aus dem behüteten Familiennest in Nordrhein- Westfalen in die internationale Prominentenriege harte Arbeit war, versteht sich fast von selbst. Hinzu kam, angefangen vom zögerlichen Mitmachen bei einem Schönheitswettbewerb 1991/92, immer wieder Glück. Doch manchmal waren knallharte Werbetricks nötig, um Klum weiter zu bringen. Dahin, wo sie heute steht: als «Gesicht 2005» der «Douglas »- Kette mit berühmten Freunden und eigener Firma, die mit ihrem kleinen Töchterchen Leni und dem Popstar Seal in New York lebt.

Zu ihrem Laufsteg-Debüt für die US-Unterwäsche-Marke «Victoria's Secret» lancierte ihre PR-Agentin Desirée eine Meldung in der Klatsch-Kolumne der «New York Post», erzählt Klum in dem Buch. Die «kurvenreiche» Heidi werde neuerdings von Insidern «The Body» (der Körper) genannt, sei zu lesen gewesen. Sie habe mit diesen Titel Supermodel Elle MacPherson abgelöst. «Die Fotografen machten von allen Fotos ausser von mir, der Neuen.» Erst nachdem ihre Agentin eine Bemerkung über die Klatsch-Meldung herausposaunte, schwenkten die Objektive um: «Im Hagel der Blitzlichter wollten alle von mir wissen, wie es sich anfühlte, der neue Body zu sein.»

Die 31-Jährige sieht sich nicht als «verwöhntes Covergirl», sondern als extrem zielstrebige Managerin, die von der Familie und ihrem Bekanntennetz unterstützt wird. Doch ob sich ihre Erfahrungen auf das Leben ihrer Leser, vermutlich meist junge Frauen, übertragen lassen, bezweifelten schon Rezensenten in den USA, wo «Natürlich erfolgreich» Ende 2004 erschien: Erfahrungen wie die bei Treffen mit US-Unternehmer Donald Trump, einen Foto-Termin mit Ex-Boxweltmeister Evander Holyfield oder dem Ex-US-Präsidenten Bill Clinton.

Klums Ratschläge wie «Mach deine Hausaufgaben» - im übertragenen Sinne gemeint -, «Achte auf deine Laune» oder «Wer nicht fragt, kriegt auch nichts», kann man gut finden, neu sind sie nicht.

Dass Heidi Klum, die das 190-Seiten-Buch zusammen mit der Journalistin Alexandra Postman geschrieben hat, Humor besitzt, zeigt sie an vielen Stellen. So jedenfalls lässt sich interpretieren, dass sie Tipps ihrer Model-Freundin Tyra Banks zur Wahl der Strumpfhosen («Zieh Figur formende Strumpfhosen an, wenn du Weiss trägst, damit niemand die Zellulite auf deinem Po sieht.») abdruckt.

Wer private Details oder Enthüllungen erwartet, beispielsweise zur ersten Ehe mit Star- Friseur Ric Pipino oder der Beziehung zu Formel-1-Manager und Kindsvater Flavio Briatore, sucht vergeblich.

Schon beim Erscheinen auf dem US-Markt war vorausgesagt worden, dass Klums Fangemeinde das Buch auch - oder vor allem - als Augenschmaus wegen der Fotos lieben dürfte. Denn unter den mehr als 100 Aufnahmen sind viele private Fotos aus der Zeit als Kleinkind («erstes Nacktbild»), als «Pickelgesicht» im Teenageralter und natürlich als Star mit Parfümlinie, Kinorollen, Schuh- sowie Kinderkollektion und der Chance, bei einem «Wetten, dass»-Auftritt in Berlin am 19. März für ihre Markenwelt zu werben.

(sda)

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