«The Crazies»: Heile Welt geht zum Teufel
Aktualisiert

«The Crazies»Heile Welt geht zum Teufel

George A. Romeros «The Crazies» war 1973 eine Abrechnung mit dem American Dream. Das Remake ist weniger gesellschaftskritisch – höchstens ein bisschen umweltbewusst.

von
Philippe Zweifel

Einwohner einer Kleinstadt werden durch verseuchtes Trinkwasser mit einem Virus infiziert, das sie zu Killern und schliesslich zu Zombies mutieren lässt.

Das Virus wirkt bei jedem Menschen anders. Hass, Wut und Gewaltbereitschaft manifestieren sich in den verschiedensten Formen. Beim wöchentlichen Baseballspiel der Highschool marschiert etwa ein Bauer, bewaffnet mit einer Schrotflinte, aufs Spielfeld. Die US-Behörden tun, was sie in solchen Filmen immer tun: Sie überlassen das Dorf seinem Schicksal und lassen es vom Militär hermetisch abriegeln. Stellvertretend für den Zuschauer versuchen der örtliche Sheriff und seine schwangere Frau, aus der Kleinstadt der Bestien zu entkommen.

Wie es sich für einen modernen Zombie-Film gehört, torkeln die Untoten nicht, sondern machen sich mit der ­Gewandtheit von Zehnkämpfern an ihr blutiges Werk. Dazu gehört auch der geübte Einsatz von Schrotflinten. Das mag für Zombie-Puritaner ein Unding sein – aber wenn innerhalb weniger Stunden die heile Welt zum Teufel geht, hat das durchaus seinen Reiz.

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