Aktualisiert 18.12.2008 15:16

Irak«Heilige Schuhe» zerstört

Die Schuhe, die ein irakischer Journalist auf US-Präsident George W. Bush geschleudert hat, sind nach Justizangaben bei den anschliessenden Ermittlungen zerstört worden.

Das Schuhpaar des TV-Journalisten sei auf Sprengstoff untersucht und dann vernichtet worden, sagte der zuständige Ermittlungsrichter der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.

Zwar hätten die irakischen und US-Experten die übrige Bekleidung und das Handy dem Journalisten nach der Überprüfung zurückgeschickt, nicht aber die Schuhe. Die weiteren Ermittlungen würden durch das Fehlen der wichtigsten Beweisstücke nicht behindert, betonte der Richter. Der Mann habe ja gestanden, und es gebe auch Fernsehbilder vom Schuhwurf.

Der Anwalt des Schuhwerfers, Dhija el Saadi, kritisierte die Zerstörung der Schuhe. Diese hätten einen grossen Wert und seien für die Iraker zum Symbol des Widerstands geworden: «Diese Schuhe waren heilig», sagte der Jurist.

Zum Zeichen der Solidarität mit ihrem irakischen Kollegen zogen unterdessen rund 50 palästinensische Journalisten bei einer Versammlung vor der Geburtskirche in Bethlehem im Westjordanland ihre Schuhe aus. Sie forderten die Freilassung des Journalisten, dem im Irak wegen «Beleidigung eines ausländischen Staatschefs» bis zu sieben Jahre Gefängnis drohen.

Der Mann hatte seine Schuhe am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Bagdad in Richtung des scheidenden US-Präsidenten geschleudert und gerufen: «Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!» Bush war den Schuhen geschickt ausgewichen. Mitschnitte der Szene sorgten international für Furore und wurden vor allem in der arabischen Welt bejubelt.

(sda)

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