Taliban-Smaragde: Heiliger Krieg mit Schweizer Geld?
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Taliban-SmaragdeHeiliger Krieg mit Schweizer Geld?

Pakistanische Taliban finanzieren mit Smaragden aus dem Swat-Tal ihren heiligen Krieg. Verkauft werden die Blut-Smaragde wohl auch in die Schweiz.

von
Désirée Pomper/Deborah Rast

In der «Schweiz Pakistans», dem pittoresken Swat-Tal, herrscht seit dem Einzug der Taliban die Scharia – Frauen werden ausgepeitscht, Mädchenschulen geschlossen. Zudem haben die Taliban die

lukrativen Smaragd-Minen übernommen. Sie nutzen die Smaragd-Einkünfte, um Waffen für den Dschihad zu kaufen, berichtet die NGO Global Witness. Zu den wichtigsten Abnehmern der Blut-Smaragde gehört nach internationalen Medienberichten die Schweiz: Das grüne Gold werde weit unter dem Marktpreis via Indien in die Schweiz, nach Israel oder nach Bangkok verschoben, so ein lokaler Beobachter.

Thomas Siepelmeyer von der Organisation Fair Trade in Gems and Jewelry hält diese Aussage für glaubwürdig: «Die Smaragde aus dem Swat-Tal sind für ihre hohe Qualität bekannt.» Während die Schmuckunternehmen Bucherer und Gübelin angeben, keine Smaragde aus Pakistan zu kaufen, hüllen sich andere grosse Anbieter in Schweigen. Ein Juwelier meint: «Schwarze Schafe gibt es auch unter den hiesigen Edelsteinhändlern.» Dass sie auch vor Taliban-Smaragden nicht zurückschreckten, sei anzunehmen.

Amnesty International will den Smaragd-Handel besser kontrollieren: «Es muss ein Herkunftszertifikat geschaffen werden», sagt Sprecher Daniel Graf. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi stimmt zu: «Bestätigt sich der Handel, könnte man ein Embargo gegen die pakistanischen Smaragde verhängen». Das Seco warnt: «Für Finanztransaktionen mit Taliban, gegen die Sanktionen bestehen, drohen schlimmstenfalls Gefängnis und hohe Bussen», so Sprecherin Rita Baldegger.

Regelung bei Diamanten

Um den Handel mit Blut-Diamanten zu verhindern, ist seit 2003 der Kimberley-Prozess in Kraft. Als Blut-Diamanten gelten Steine, mit denen Konflikte vor allem in Westafrika finanziert werden. Im Kimberley-Prozess ist vorgeschrieben, dass nur Diamanten gehandelt werden dürfen, für die offizielle, fälschungssichere Herkunftszertifikate des jeweiligen Ursprungslandes vorliegen. Auch die Schweiz ist Mitglied des Kimberley-Prozesses.

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