13.08.2020 13:52

ZugHeilmittelinspektor stellte Strafanzeige gegen Chefs – jetzt wurde er freigestellt

Der Zuger Heilmittelinspektor hatte gegen den Gesundheitsdirektor und gegen den Kantonsarzt Strafanzeigen eingereicht. Jetzt darf er nicht mehr weiter arbeiten.

von
Martin Messmer
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Der Heilmittelinspektor des Kantons Zug wollte Ende Juli eine Arztpraxis kontrollieren.

Der Heilmittelinspektor des Kantons Zug wollte Ende Juli eine Arztpraxis kontrollieren.

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Auf «ausdrücklichen Wunsch» des Gesundheitsdirektors Martin Pfister (Bild) sei ihm das aber verwehrt worden.

Auf «ausdrücklichen Wunsch» des Gesundheitsdirektors Martin Pfister (Bild) sei ihm das aber verwehrt worden.

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Deshalb hat der Heilmittelinspektor Strafanzeigen gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri (Bild), Gesundheitsdirektor Martin Pfister sowie den betreffenden Arzt eingereicht. Nun wurde der Heilmittelinspektor freigestellt.

Deshalb hat der Heilmittelinspektor Strafanzeigen gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri (Bild), Gesundheitsdirektor Martin Pfister sowie den betreffenden Arzt eingereicht. Nun wurde der Heilmittelinspektor freigestellt.

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Darum geht es

  • Der Zuger Heilmittelinspektor Ludek Cap meldete sich Ende Juli für eine Inspektion in einer Praxis an.
  • Seine Vorgesetzten sollen ihn daran gehindert haben, die Inspektion durchzuführen.
  • Darum hat er Strafanzeigen gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri, Gesundheitsdirektor Martin Pfister sowie den betreffenden Arzt eingereicht.
  • Nun wurde der Heilmittelinspektor freigestellt.

Der Zuger Heilmittelinspektor Ludek Cap hatte Strafanzeigen gegen seine Vorgesetzten eingereicht, also gegen Kantonsarzt Rudolf Hauri und Gesundheitsdirektor Martin Pfister. Sie sollen versucht haben, ihn daran zu hindern, eine Praxis zu kontrollieren, in der Cap zahlreiche Mängel vermutete. Auch gegen den Arzt dieser Praxis reichte Cap Strafanzeige ein.

Wie nun die Zuger Zeitung berichtet, wurde Cap per sofort freigestellt; dies habe er auf Anfrage bestätigt, ist dem Artikel zu entnehmen. Schon zuvor wurde ihm der Zugang zum kantonalen Intranet und zu seinem Diensthandy verwehrt sowie seine kantonale E-Mail-Adresse gesperrt.

Gegenüber Zentralplus sagte der Direktor der kantonalen Direktion des Innern: «Unter diesen Voraussetzungen ist eine Zusammenarbeit zwischen den involvierten Personen nicht möglich.»

Inspektor sieht Gesundheit in Gefahr

Gemäss Cap existiert in der erwähnten Arztpraxis etwa kein Qualitätssicherungssystem zum Umgang mit Arzneimitteln, Medikamente seien nicht auf die Einhaltung der Lagertemperatur überwacht worden und es fehlten Pflichtenhefte für die Mitarbeiter, berichtet die Zuger Zeitung. Zudem gebe es Mängel bei der Wiederaufbereitung steriler Instrumente. «Solche gravierenden Fälle treten selten auf», sagte Cap. Er bewerte die Situation in der Arztpraxis als kritisch und gesundheitsgefährdend.

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