Heimsieg für Pärson - keine Super-G-Medaille für Schweizerinnen
Aktualisiert

Heimsieg für Pärson - keine Super-G-Medaille für Schweizerinnen

Nach dem gelungenen WM-Start mit der Bronzemedaille von Bruno Kernen wollten auch die Schweizer Ski-Frauen aufs Podest - doch daraus wurde trotz guter Leistungen von Nadia Styger und Fabienne Suter nichts. Grosse Siegerin wurde die Lokalmatadorin Anja Pärson.

Anja Pärson hat im richtigen Moment ihre Form wieder gefunden. Die Schwedin gewann an der WM in Are (Sd) den Super-G vor den favorisierten Lindsey Kildow (USA) und Renate Götschl (Ö) und verteidigte ihren Titel erfolgreich.

Als beste Schweizerin belegte Nadia Styger Platz 7. In den Kampf um die Medaillen vermochte aber auch die Innerschweizerin nicht einzugreifen; zu Platz 3 fehlte ihr eine knappe halbe Sekunde. Eine sehr gute Leistung zeigte auch Fabienne Suter. Das durch die Folgen der im Sommer 2003 erlittenen Schienbeinplateau-Fraktur immer wieder zurückgeworfene Talent wurde Elfte. Hinter den Erwartungen blieben dagegen Martina Schild und Fränzi Aufdenblatten zurück. Schild, die in der laufenden Saison auf der Reiteralm als Dritte den einzigen Schweizer Podestplatz im Super-G eingefahren hatte, musste sich mit Rang 12 bescheiden, Aufdenblatten fand sich im Klassement an 19. Stelle wieder.

Der Winter im Weltcup war bislang überhaupt nicht nach dem Geschmack von Anja Pärson verlaufen. Die 3. Plätze in den Abfahrten in Lake Louise und in Val d'Isère hatte sie bislang in ihrer Saison-Bilanz stehen, im Super-G war sie über 6. Ränge nicht hinaus gekommen - viel zu wenig für die erfolgsverwöhnte Schwedin. Gründe für die enttäuschenden Ergebnisse waren anhaltende Probleme mit dem im März operierten linken Knie und das nicht optimal abgestimmte Material.

Doch beim Saisonhöhepunkt in ihrer Heimat hat Anja Pärson ihre Form wieder gefunden. Der Entscheid, die letzten Weltcup-Rennen in San Sicario auszulassen und sich stattdessen zu Hause auf die Titelkämpfe vorzubereiten, zahlte sich ein erstes Mal aus. Die Slalom-Olympiasiegerin gewann ihren bereits fünften WM-Titel. «Auf eine Medaille hatte ich gehofft. Dass es aber gleich zum Sieg reichen würde, daran durfte ich nach all den Problemen in den letzten Wochen und Monaten nicht denken. Dass es nun bereits im ersten Rennen vor heimischem Publikum geklappt hat, macht mich für die restlichen Aufgaben hier in Are noch zuversichtlicher», sagte die Slalom-Olympiasiegerin.

Mit Blick auf die Ergebnisse in den fünf Weltcup-Super-G dieses Winters war ein Dreikampf um den Titel zwischen Renate Götschl, Lindsey Kildow und deren Teamkollegin Julia Mancuso erwartet worden. Götschl hatte dreimal, die Amerikanerinnen je einmal gewonnen. Gegen die entfesselte Anja Pärson hatte aber auch dieses Trio keine Chance. Lindsey Kildow gewann nach 4. Plätzen in Abfahrt und Kombination vor zwei Jahren in Bormio erstmals an einem Grossanlass Edelmetall. Renate Götschl rettete mit sechs Hundertsteln Vorsprung immerhin noch Bronze.

(si/mat)

Are (Sd). WM. Super-G der Frauen:

1. Anja Pärson (Sd) 1:18,85

2. Lindsey Kildow (USA) 0,32 zurück

3. Renate Götschl (Ö) 0,53

Martina Schild (Sz) 1,78. 13. Emily Brydon (Ka) 1,80. 14. Tina Maze (Sln) 1,88. 15. Petra Haltmayr (De) 1,89.

Fränzi Aufdenblatten (Sz) 2,35. 20. Kirsten Clark (USA) und Geneviève Simard (Ka) 2,39. 22. Gina Stechert (De) 2,40. 23. Alexandra Coletti (Mon) 2,71. 24. Urska Rabic (Sln) 2,73. 25. Carolina Ruiz Castillo (Sp) 3,01. 26. Dagny Kristjansdottir (Isl) 3,16. 27. Petra Robnik (Sln) 3,34. 28. Chemmy Alcott (Gb) 3,37. 29. Lucie Hrstkova (Tsch) 3,58. 30. Frida Hansdotter (Sd) 3,64.

43 Fahrerinnen gestartet, 34 klassiert. - Ausgeschieden u.a.: Tina Weirather (Lie), Ingrid Jacquemod (Fr), Nadia Fanchini, Lucia Recchia (It), Kelly Vanderbeek (Ka). Technische Daten: Piste WM-Strecke, 1829 m Länge, 575 m HD, 39 Tore; Kurssetzer Jürgen Graller (Ö).

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