Heimskandale machen weiter Schlagzeilen
Aktualisiert

Heimskandale machen weiter Schlagzeilen

Die Serie von Heimskandalen im Thurgau reisst nicht ab. Ein Heim, das längst geschlossen sein sollte, wird munter weiter betrieben. Und in Arbon steht heute ein ehemaliger Heimleiter wegen Entführung vor Gericht.

Seit zwei Jahren häufen sich die Skandale um Thurgauer Sozialinstitutionen: Im September 2004 wurde ein Pflegevater aus Salmsach zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt, weil er Jugendliche ans Bett gefesselt hatte.

Anfang November 2004 musste das Haus Chance in Amriswil schliessen, weil der Heimleiter eine 17-Jährige gewaltsam entführt haben soll. Im Februar 2005 erstach eine 20-jährige geistig Behinderte eine Mitbewohnerin in einem Heim bei Kreuzlingen. Drei Monate später tötete ein 14-Jähriger im Heim Lindeneck in Güttingen eine 15-jährige Mitbewohnerin. Der Kanton verfügte die Schliessung des Heims per Ende März 2006. Doch bis heute werden dort Jugendliche betreut.

Am 26. April soll nun wirklich Schluss sein. Seit rund einem Jahr gärt zudem ein angeblicher Satanismus-Skandal rund um ein betreutes Wohnheim in Hosenruck.

Beim Kanton gelobt man Besserung: Anfang Jahr trat eine neue Heimverordnung in Kraft. «Dazu gehört, dass ab nächstem Jahr ausführliche Kontrollverfahren die Heime unter die Lupe nehmen», so Kurt Knecht, Vizesekretär des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Thurgau.

(ann)

Heimleiterpaar steht vor Gericht

Heute müssen sich der ehemalige Leiter des Heims Haus Chance in Amriswil und seine russische Frau vor Gericht verantworten. Im November 2004 hatte eine 17-jährige Bewohnerin den Heimleiter angezeigt, weil er sie mit Hilfe seiner Frau gegen ihren Willen gewaltsam in ein anderes Heim im Toggenburg gebracht hatte. Der Mann wurde vorübergehend festgenommen; der Kanton verfügte die Schliessung des Hauses Chance.

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