Aktualisiert 06.04.2018 09:14

Tierpark Dählhölzli Bern

Heimtückisches Fieber grassiert im Streichelzoo

Die Ziegen und Schafe des Tierparks Dählhölzli sind am bösartigen Katarrhalfieber erkrankt. Wegen Ansteckungsgefahr werden die Tiere nun verschenkt.

von
rc
1 / 5
Die Schafe aus dem Berner Tierpark tragen den bösartigen Katarrhalvirus in sich.

Die Schafe aus dem Berner Tierpark tragen den bösartigen Katarrhalvirus in sich.

rc
Auch die Ziegen des Streichelzoos sind infiziert.

Auch die Ziegen des Streichelzoos sind infiziert.

rc
Der Virus beeinträchtigt die Tiere jedoch nicht. Gefährlich wird der Virus erst, wenn er etwa auf Wisente, Moschusochsen oder Hirschen übertragen wird.

Der Virus beeinträchtigt die Tiere jedoch nicht. Gefährlich wird der Virus erst, wenn er etwa auf Wisente, Moschusochsen oder Hirschen übertragen wird.

rc

Hohes Fieber, eitriger Nasenausfluss, wässerig-blutiger Durchfall und starke Augenenzündungen gehören zu den Symptomen des heimtückischen Katarrhalfiebers. Der weltweit verbreitete Virus hat es vor allem auf Rinder, Schafe und Ziegen abgesehen. Nun hat es Bewohner des Berner Tierparks Dählhölzli erwischt. Alle Schafe sowie drei Zwergziegen des Streichelzoos wurden mit dem relativ seltenen Virus diagnostiziert.

Tierarzt Stefan Hoby betreut die befallenen Tiere: «Am häufigsten erkranken Schafe an der Krankheit. Selten gibt es auch Ziegen, die vom Virus betroffen sind und ihn in sich tragen. Das beeinträchtigt die Tiere jedoch nicht», sagt er. Gefährlich werde der Virus erst, wenn er etwa auf Wisente, Moschusochsen oder Hirschen übertragen wird. «Die Erkrankung endet bei solchen Tieren meist tödlich.» In seiner Laufbahn habe er schon einen Wisent von den Qualen der bösartigen Krankheit erlösen müssen.

Bei Routinekontrolle entdeckt

Eine solche Massnahme will man im Dählhölzli aber vermeiden.

Um kein Risiko für die anderen Tiere einzugehen, müssen die betroffenen Ziegen und Schafe nun weggegeben werden. «Für die Schafe haben wir schon eine Institution gefunden, die die Tiere übernimmt und auch für die Ziegen haben wir ein Plätzchen in Aussicht», sagt Hoby. Die Tiere würden verschenkt.

Entdeckt wurde das Katarrhalfieber im Dählhölzli eher durch Zufall: «Da wir hier im Tierpark einen sehr breiten und durchmischten Bestand haben, testen wir unsere Tiere regelmässig auf allfällige Krankheiten», erklärt Hoby. Bei einer solchen Routinekontrolle wurden die Krankheitserreger bei den Tieren entdeckt. «Momentan tragen alle unsere Schafe sowie drei von sechs Zwergziegen den Virus in sich.»

Forschung seit den 90er-Jahren

Das bösartige Katarrhalfieber trat in der Schweiz erstmals im Jahre 1990 nachweisbar auf. Seit da stellten verschiedene Tierärzte und Virologen Forschungen an der seltenen Krankheit an. «Die Situation wurde zusätzlich erschwert, da die Krankheit keine Ähnlichkeit zu anderen Erkrankungen des Rindes aufweist wie zum Beispiel der Rinderpest oder der Maul- und Klauenseuche», so Mathias Ackermann, Professor für Virologie, in einer Mitteilung der Universität Zürich.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.