Fecht-EM: Heinzer holt erneut EM-Bronze
Aktualisiert

Fecht-EMHeinzer holt erneut EM-Bronze

Max Heinzer bestätigte an den EM in Legnano seine gute Form. Der knapp 25-jährige Schwyzer holte wie im Vorjahr EM-Bronze.

Max Heinzer nach seinem Sieg beim GP von Bern vor gut zwei Wochen.

Max Heinzer nach seinem Sieg beim GP von Bern vor gut zwei Wochen.

Bereits im Vorjahr war Heinzer als EM-Dritter bester Schweizer im Degen-Einzel der Männer bei den Kontinental-Titelkämpfen gewesen. In Legnano wurde er in den Halbfinals von Nikolai Nowosjolow (Est) gestoppt, dem aktuellen Weltranglisten-Ersten und Einzel-Weltmeister von 2010. Heinzer unterlag mit 9:15. Heinzer befand sich in diesem Gefecht nur zum Auftakt (1:0) in Führung.

Heinzer hatte bereits in der Vorrunde mit 6:0 Siegen imponiert. Dadurch schaffte er den direkten Sprung in die erste Hauptrunde. Und in den letzten 64 war Heinzer als Nummer 12 gleichzeitig topgesetzt.

Erfolg gegen Olympia-Sieger

Heinzer hatte an Elite-EM neben den beiden Einzel-EM-Medaillen noch Team-Silber 2009 gewonnen. In diesem Jahr setzte sich Heinzer auf dem Weg zu Edelmetall unter anderen gegen Matteo Tagliariol (It) durch, den Olympiasieger 2008 von Peking. Dem Italiener liess der Hobby-Fischer beim 15:10 keine Chance.

Vor zwei Wochen hatte Heinzer mit dem zweiten Triumph in Folge am GP Bern schon Schweizer Fecht-Geschichte geschrieben. Nicht einmal Marcel Fischer, der Olympiasieger von 2004 in Athen, hatte es fertig gebracht, gleich zweimal das Schweizer Weltcupturnier zu seinen Gunsten zu entscheiden. Durch die neuerliche Spitzenklassierung festigte Heinzer seine gute Setzung für Olympia. «Zwar hätte ich nichts gegen eine Aussenseiter-Rolle bei Olympia einzuwenden. Dass ich aber mit Druck umgehen kann, hatte ich ja schon mit dem zweiten Sieg in Folge in Bern bewiesen», sagt Heinzer. Der von Co-Nationaltrainer Gianni Muzio gecoachte Profifechter gilt trotz kühlem Kalkül und sicheren Instinkten als «extrem aggressiver Fechter» (Männerequipen-Chef Daniel Giger).

Bislang einziger Schweizer Europameister im Degen-Einzel der Männer war 1982 der heutige Schweizer Verbandspräsident Olivier Carrard. Bei den Frauen hatte im Vorjahr die Walliserin Tiffany Géroudet den bislang einzigen Einzel-EM-Titel im Degenfechten der Frauen für die Schweiz geholt.

Frühes Aus für Kauter

Der wie Heinzer für Olympia selektionierte Fabian Kauter scheiterte in Legnano in den Sechzehntelfinals am letztjährigen Weltmeister Paolo Pizzo (It). Gegen Pizzo hatte Fabian Kauter im Vorjahr an den WM in Catania (It) auf dem Weg zur Bronzemedaille in den Halbfinals ebenfalls den Kürzeren gezogen. Im letzten Vergleich hatte Fabian Kauter am Weltcupturnier vom Frühjahr in Paris auf dem Weg zu Platz 2 noch erfolgreich Revanche nehmen können. Dass Fabian Kauter, der Ende April vorübergehend gar die Weltrangliste angeführt hatte, an den EM bereits so früh auf Pizzo treffen würde, war auf die mässige Vorrunden-Bilanz des Berners (3:3 Siege) und die entsprechend schlechtere Setzung für die Direktausscheidung zurückzuführen. Im Gegensatz zu WM müssen die auch im Weltcup für die erste Hauptrunde gesetzten Top 16 der Welt an EM die Vorrundengefechte bestreiten.

Am Mittwoch stehen die Schweizer Männer noch im Teamwettbewerb im Einsatz, der bei den Männer in London nicht olympisch ist. Das Schweizer Quartett zählt in Legnano zu den Medaillenkandidaten. Für Heinzer und Fabian Kauter wird dann das Weltcupturnier von Ende Juni/Anfang Juli in Buenos Aires der letzte Test vor Olympia sein. (si)

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