Aktualisiert 23.10.2003 19:45

Heiratsschwindel auf Amerikanisch

George Clooney und Catherine Zeta-Jones schenken sich in der neuen romantischen Komödie «Intolerable Cruelty» von den Coen-Brüdern nichts. Fürs Publikum wirds dadurch umso witziger.

Ethan und Joel Coens «The Big Lebowski» avancierte 1998 zur Kult-Komödie: Die grosse Masse, darunter auch Coen-Fans, konnten wenig mit dem Film anfangen. Nicht wenige hingegen verehren den Film mit dem Dude – in dem es eigentlich um nichts Richtiges geht – bis heute abgöttisch.

Diese Polarität wird der neue Film der Coen-Brothers, «Intolerable Cruelty», nicht erfahren: Vom Filmplakat strahlen Catherine Zeta-Jones und George Clooney in perfekter Romantic-Comedy-Manier. Das Paar zog denn auch am Startwochenende in den USA die Massen ins Kino – und spielte fast so viel ein wie «The Big Lebowski» in seiner ganzen Spielzeit. Die Geschichte von «Intolerable Cruelty» wirkt für Coen-Verhältnisse («Fargo», «Miller's Crossing») etwas uninspiriert, überstrapaziert – und ist schnell erzählt: Marylin (Zeta-Jones), eine Heiratsschwindlerin, macht sich als ultimative Herausforderung an den Scheidungsanwalt Miles (Clooney) heran. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Die komödiantische Umsetzung indes ist köstlich: Clooney und Zeta-Jones harmonieren wie selten ein Leinwandpaar in Wortwitz und Situationskomik. Auch ein Verdienst der Coens, die den Mainstream-Lacher mit ihrem beissenden Humor zur Vollendung bringen.

Auch wenn der Dude aus «The Big Lebowski» wenig Freude dran hätte: Coen-Komödien sind jetzt auch massentauglich.

Benjamin Bögli

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