Aktualisiert 21.07.2014 12:48

Rund 500'000 Franken

Heiratsschwindler nimmt Thurgauer Frauen aus

Die Polizei warnt vor einem Betrüger, der sich das Vertrauen von Frauen erschleicht, um dann ihre Konten zu plündern. Reiner H. ist international zur Fahndung ausgeschrieben.

von
eli
Schwindler Reiner H. gaukelte seinen Opfern die grosse Liebe vor.

Schwindler Reiner H. gaukelte seinen Opfern die grosse Liebe vor.

Wie die Kantonspolizei Thurgau am Montag mitteilte, trat der 56-jährige Deutsche bisher unter seinem richtigen Namen Reiner H. auf. Möglicherweise benutze er inzwischen aber auch den Vornamen Günther. Er ist wegen Betrugs vorbestraft und international zur Verhaftung ausgeschrieben.

Bisher haben rund ein halbes Dutzend Frauen bei der Kantonspolizei Thurgau respektive bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen gegen Reiner H. Anzeige erstattet. Die Schadenssumme beträgt insgesamt rund eine halbe Million Franken. Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass sich der Betrüger neue Opfer in der Schweiz und im Bodenseeraum sucht.

Grossspuriges Auftreten

Laut Polizei ging der Mann immer nach dem gleichen Muster vor: Im Internet oder in Bars suchte er den Kontakt zu Frauen. Dabei gab er sich als wohlhabender Frührentner aus oder als Finanzberater, der tageweise für eine Schweizer Grossbank arbeitet. Entsprechend war sein Auftreten: Der 56-Jährige fuhr ein teures Auto und zeigte sich gegenüber den Frauen grosszügig, machte ihnen teure Geschenke.

Gefälschte Kontoauszüge

Nach ein paar Wochen folgte der nächste Schritt: Reiner H. ging mit den Frauen eine Beziehung ein, von Liebe oder gar Heirat sei die Rede gewesen. Sobald das Vertrauen der Frauen gross genug war, bot er ihnen an, Geld für sie anzulegen. Mit gefälschten Kontoauszügen unterstrich er seine angeblichen Erfolge im Aktien- oder Devisenhandel. Einzelne Frauen räumten ihm laut Polizei sogar eine Vollmacht über ihr Konto ein, Reiner H. leitete das Geld dann auf eigene Konten weiter. Als die Frauen begannen, misstrauisch zu werden oder Fragen nach dem Verbleib oder den Erträgen ihrer Gelder zu stellen, setzte sich der Betrüger ab.

Laut Polizei unterhielt er zeitweise zwei Beziehungen parallel. Die Ermittler schliessen nicht aus, dass es weitere Betrugsopfer gibt. Sie bittet deshalb Zeugen, sich bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingenzu melden.

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