Betrogen und gewürgt: Heiratsschwindler soll 3,5 Jahre ins Gefängnis
Publiziert

Betrogen und gewürgtHeiratsschwindler soll 3,5 Jahre ins Gefängnis

Ein Chauffeur würgte seine Ehefrau, prellte seine zweite Partnerin um Geld und vergewaltigte seine dritte Partnerin. Nun steht er vor dem Bezirksgericht Dietikon.

von
A. Szenogrady
Ein Chauffeur aus der Karibik steht seit Dienstag vor dem Bezirksgericht Dietikon.

Ein Chauffeur aus der Karibik steht seit Dienstag vor dem Bezirksgericht Dietikon.

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zeichnete von dem aus Antigua und Barbuda stammenden Beschuldigten das vielschichtige Bild eines dreisten Betrügers, Herzensbrechers und Gewalttäters. Die Anklageschrift setzte im März 2012 ein, als der attraktive dunkelhäutige Chauffeur aus Thayngen an seinem Arbeitsplatz eine Sicherheitsangestellte kennenlernte und mit ihr eine intime Beziehung einging.

Laut Anklage stellte der Beschuldigte seiner Geliebten schon nach wenigen Tagen die Heirat und ein gemeinsames Leben in Aussicht. Er bot ihr auch an, dass sie zu ihm in sein Haus in Thayngen einziehen könnte. Der Schönheitsfehler dabei war, dass die Hälfte der fraglichen Liegenschaft einer anderen Freundin und Verlobten gehörte.

Mit intimen Nacktbildern erpresst

Der Heiratsschwindler erklärte der Geschädigten, dass er in Zürich für die gemeinsame Zukunft einen Barbetrieb kaufen wolle, und bat sie deshalb um hohe Geldbeträge. Die verliebte Sicherheitsbeamtin überwies dem Beschuldigten in den nächsten Wochen mehrere hohe Geldbeträge von insgesamt über 165'000 Franken. Er nahm die beachtlichen Summen dankend entgegen und finanzierte damit den Trauring und die Heirat mit seiner zweiten, Schaffhauser Freundin. Zudem investierte er das Geld für einen Landkauf in seiner Heimat. Schon am 5. Mai 2012 läuteten die Hochzeitsglocken für die Freundin Nummer zwei.

Als Freundin Nummer eins Ende Mai den Schwindel bemerkte, war es zu spät. Als sie enttäuscht von ihrem Ex-Liebhaber das Geld zurückforderte, zeigte er eine andere Seite. Er drohte, dass er sie beruflich und privat zerstören werde. Er werde von ihr intime Nacktbilder, die er von ihr erstellt hatte, bei ihrem Arbeitgeber in Umlauf bringen, erklärte er der abgezockten Geschädigten.

Ehefrau bedroht und gewürgt

Die Ehe mit Freundin Nummer zwei stand indessen unter einem schlechten Stern. Die Anklage berichtet, dass sich die Eheleute Ende Mai 2014 massiv zerstritten hatten und die Frau den Mann verlassen wollte. Worauf er sie am Rheinfall nicht nur mit dem Tod bedrohte, sondern auch im gemeinsamen Haus mit beiden Händen so stark würgte, dass sie keine Luft mehr bekam.

Kurz darauf nahm die Polizei den Beschuldigten fest. Er sitzt seither im Bezirksgefängnis Dietikon und muss sich seit Dienstag nicht nur wegen mehrfachen Betrugs, Veruntreuung, versuchter Erpressung, Körperverletzung und Drohung, sondern auch wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

Freundin Nummer drei laut Anklage vergewaltigt

Die Vergewaltigung stand in Zusammenhang mit einer Freundin Nummer drei aus Dietikon. Mit ihr unterhielt der Beschuldigte zwischen Mitte 2011 bis zum Sommer 2013 ein regelmässiges sexuelles Verhältnis. Also während eines Zeitraumes, in welchem er auch mit den beiden anderen Geschädigten intim verkehrte.

Als die Ungarin am 19. Juni 2013 die Beziehung zu ihrem Liebhaber beenden wollte, ging er laut Anklage in ihrer Wohnung zum Angriff über und erzwang gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr. Bei anderen Übergriffen soll er die Geschädigte geschlagen und gewürgt haben.

Dreieinhalb Jahre Knast oder sofortige Haftentlassung

Vor Gericht beteuerte der Beschuldigte seine Unschuld und behauptete, dass Freundin Nummer eins über die Hochzeit mit Freundin Nummer zwei schon bald im Bilde gewesen sei. «Ich bin kein Heiratsschwindler», hielt er trotzig fest.

Während die Staatsanwältin für den Chauffeur eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahre verlangte, setzte sich die Verteidigung für Freisprüche und die sofortige Haftentlassung ihres Klienten ein. Am Mittwoch wird der Prozess mit den Parteivorträgen fortgesetzt. Das Urteil erfolgt später.

Deine Meinung