Festivalsommer: Heiss, heisser, Openair Frauenfeld
Aktualisiert

FestivalsommerHeiss, heisser, Openair Frauenfeld

Nicht nur Eminem, Jay-Z und Fanta 4 heizen am Wochenende den Festivalbesuchern ein. Temperaturen von bis zu 33 Grad bringen die Fans zum Schwitzen. Unvorsichtigen drohen Sonnenstich oder Hitzschlag.

von
Annette Hirschberg

Wenn Eminem an seinem einzigen Konzert in der Schweiz am Freitagabend auf der Bühne in der Frauenfelder Rennbahn steht, werden vermutlich einige seiner treuen Fans mit Schwindel, Übelkeit und Kopfweh im Sanitätszelt liegen. Denn für Freitag versprechen die Wetterdienste heisse 33 Grad – das bisher heisseste Wochenende des Jahres.

Ideales Wetter also, um einen Sonnenstich oder gar Hitzschlag zu erleiden. Besonders wenn man sich bei diesen Temperaturen im kleinen heissen Zelt oder in der prallen Sonne vor der Bühne aufhält und dazu noch viel Alkohol trinkt.

Keine Wasserspritze erlaubt

Beim Openair Frauenfeld, mit rund 50 000 Zuschauern pro Tag das grösste 3-tägige Festival der Schweiz, ist man auf die Hitze vorbereitet. «Im Bühnenbereich werden wir die ganze Zeit Wasser in Bechern verteilen», sagt Mediensprecher Joachim Bodmer. Wasser spritzen dürfe man aber nicht mehr. «Aus hygienischen Gründen, weil Feuerwehrschläuche oder Beschneiungsanlagen das Trinkwasser mit Öl oder anderen Partikeln verschmutzen könnten», sagt Bodmer. Eine weitere Massnahme gegen die Hitze seien die Wellenbrecher vor der Bühne. «Das gibt mehr Platz und damit auch mehr Luft und erlaubt unseren Sicherheitsleuten, an mehreren Orten Erschöpfte aus den Zuschauermengen herauszuziehen.»

Hunderte suchen Sanität auf

Damit sich die Festivalgänger auch selbst versorgen können, hat es zahlreiche Wasserhahnen mit Trinkwasser. In mehreren grossen Zelten können die Leute Schutz vor der prallen Sonne suchen. «In den Shops mit Tankstellenpreisen auf dem Camping gibt es zudem günstig Eis und Getränke», so Bodmer.

Doch auch Bodmer rechnet mit zahlreichen Hitzenotfällen. In den letzten Jahren besuchten zwischen 1400 und 1600 Personen das Sanitätszelt. «Meist sind es Bagatellfälle wie Übelkeit, Kopfweh oder Sonnenstich.» Der Sanitätsbereich sei gross und für viele Fälle eingerichtet. «Wir haben auf dem Gelände verteilt vier Sanitätszelte mit erfahrenen Ärzteteams», so Bodmer.

Gegen Autobrand gerüstet

Auch auf grosse Ereignisse oder schwere Notfälle wie etwa einen Hitzschlag mit Kreislaufkollaps sei man vorbereitet. Zwischen 300 und 400 Personen werden jeweils von Ärzten vor Ort beurteilt und behandelt. 30 bis 50 Personen wurden in den letzten Jahren ins Spital eingewiesen.

Doch die Hitze ist nicht nur für Menschen gefährlich. 2007 gingen auf einem der Parkplätze des Frauenfelder Openairs 47 Autos in Flammen auf. «Damals entzündete sich der Katalysator eines tiefer gelegten Fahrzeugs und zahlreiche Autos links und rechts davon brannten mit ihm ab», erzählt Bodmer. So einen Autobrand könne man nie ausschliessen. «Heute haben wir aber die Möglichkeit ein brennendes Auto mit dem Traktor sofort aus der Reihe zu ziehen und einen Massenbrand zu verhindern.»

Vorsorgen ist besser:

Wer nicht im Sanitätszelt enden will, schützt sich am besten mit Sonnencreme und Kopfbedeckung, trinkt viel, aber wenig Alkohol und meidet wenn möglich die Sonne. Ein Bad in der nahen Thur oder eine Dusche können für Abkühlung sorgen.

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