Australian Open: «Heiss? Ich habe mir den Arsch abgefroren»
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Australian Open«Heiss? Ich habe mir den Arsch abgefroren»

Am Montag ist das Australian Open in Melbourne gestartet. SRF-Tennis-Experte Stefan Bürer ist vor Ort und erklärt, wie Spieler mit den extremen Temperaturschwankungen umgehen.

von
A. Bättig

Herr Bürer, wie verschwitzt sind Sie gerade?

Stefan Bürer*: Gar nicht. Ich bin am Freitagabend in Melbourne angekommen und fror mir auf gut Deutsch den Arsch ab.

Bitte? Dabei macht doch gerade die Hitzewelle, die in Australien herrscht, hier Schlagzeilen.

Nun, ab Donnerstag sollen die Temperaturen auch wieder auf 40 Grad steigen. Zurzeit ist es maximal 25 Grad warm, abends sogar nur 12 Grad. Aber dafür ist Melbourne bekannt. Es kommt hier zu grossen Temperaturschwankungen. Hier kann man in einem Tag vier Jahreszeiten erleben – kühl am Morgen und dann die grosse Hitze am Nachmittag.

Wie gehen die Spieler mit diesen extremen Bedingungen um?

Das ist natürlich von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Wenn es jedoch zu heiss wird und die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, wird sowieso nicht mehr gespielt. Ausser auf den Plätzen, die mit einem Dach zugedeckt werden können. Da läuft dann auch die Klimaanlage auf Hochtouren.

Wie sind die Trainingsbedingungen zwischen den Spielen? Versuchen alle, am kühlen Morgen zu trainieren?

Nicht unbedingt. Jene, die weiterkommen, haben jeden zweiten Tag ein Spiel, dazwischen haben sie frei. An ihrem freien Tag trainieren sie um die gleiche Zeit, in der am nächsten Tag das Spiel stattfindet. So gewöhnen sie sich an die Bedingungen. Wobei Training ein grosses Wort ist. Während des Turniers ist das Training eher locker.

Mit welchen Tricks kühlen sich Spieler während einer Partie ab?

Da gibt es keine speziellen Tricks. Natürlich suchen sie möglichst schnell immer wieder den Schatten. Dazwischen gibt es Eisbeutel, die sie sich auf den Nacken legen.

Wie macht den Schweizern die Hitze zu schaffen?

Die sind sich das gewohnt. Nicht zuletzt wegen der Hitze hat Roger Federer eine Trainingsbasis in Dubai aufgebaut. Dort wird es ja auch sehr heiss. Die Jungs sind extrem geeicht und topfit.

Im Gegensatz wohl zu den meisten Zuschauern, welche auf den Tribünen ordentlich schwitzen.

In der Tat. Ein Sponsor verteilt deshalb kleine Ventilatoren, die man sich vor das Gesicht halten kann. Viele tragen auch Strohhüte oder Baseball-Caps, um sich gegen die Sonne zu schützen. Und ein Utensil ist sowieso hier unerlässlich: Sonnencrème. Ich habe mir gestern drei Stunden ein Spiel angesehen und mir prompt einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

*Stefan Bürer kommentiert seit Jahren für das Schweizer Fernsehen Sport-Übertragungen in den Bereichen Eishockey, Leichtathletik, Tennis und Snowboard.

In der Nacht auf Dienstag spielt Roger Federer in der ersten Runde gegen Benoit Paire aus Frankreich. Das Spiel findet nicht vor vier Uhr in der Früh statt. 20 Minuten Online ist ab fünf Uhr live mit dabei.

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