Schnellerteller.ch: Heisse Gerichte kommen auf schnellen Rädern
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Schnellerteller.chHeisse Gerichte kommen auf schnellen Rädern

Von der Restaurant-Küche direkt ins Wohnzimmer oder an die Aare: Berner Velokuriere liefern ab sofort Restaurant-Menüs aus.

von
cho

Egal ob ein spontanes Picknick an der Aare oder ein romantisches Candlelight-Dinner im Wohnzimmer: Kurzentschlossene und Kochmuffel können ab sofort Restaurant-Gerichte einfach per Velokurier ordern. Die Genossenschaft Velokurier Bern hat das Projekt Schnellerteller gestartet. Damit können Hungrige übers Internet bei ausgewählten Berner Restaurants Gerichte bestellen. In 30 bis 60 Minuten nach der Bestellung steht das frisch gekochte Menü heiss auf dem Tisch oder der Picknick-Decke, verspricht Co-Geschäftsleiterin Agnes Hofmann: «Mit dem Velo kommen wir überall hin – selbst auf den Gurten.»

Beliefert wird nicht nur die Stadt Bern. Auch die Umgebung (Worblaufen, Ostermundigen, Gümligen, Muri, Wabern, Spiegel, Liebefeld und Köniz) kommen in den Genuss, hier könne die Bestellung jedoch etwas länger unterwegs sein. «Je nach Distanz verlangen wir sechs oder neun Franken pro Lieferung», sagt Hofmann. Besonders wichtig ist den Initianten, dass trotz Lieferung die Qualität stimmt. Aus diesem Grund würden auch nur ausgewählte Restaurants mitmachen: «Nicht alle Gerichte eignen sich gleich gut. Grosse Fleischstücke oder Menüs mit vielen kleinen Komponenten kommen nicht in Frage», sagt Hofmann. Spezielle Isolationstaschen und bewährtes Verpackungsmaterial sollen sicherstellen, dass die Gerichte heiss und ansehnlich aufgetischt werden können.

Muskelkraft statt Benzin

Während fleischloses und veganes Essen bei immer mehr Konsumenten gefragt ist, hat sich bezüglich Nachhaltigkeit im Lieferbereich noch wenig getan. Dies will schnellerteller.ch ändern, denn vielen sei es heute auch ein Anliegen wie die Ware transportiert wird, so Hofmann. Auch bei der Bezahlung will das Projekt neue Wege gehen: Kunden können auch mit Bitcoins zahlen.

Zehn verschiedene Restaurants machen derzeit mit – darunter bekannte Namen wie die Lokale Fugu, Fischerstübli und die Pittaria. Die Liste könnte jedoch noch ausgebaut werden, heisst es bei den Velokurieren: «Wir sind offen für weitere Teilnehmer.»

«Das kann kein anderer anbieten»

Bereits mit dabei ist das koreanische Restaurant Chun Hee. Dort spricht man von einer «grossartigen Chance». Das Lokal in der Berner Altstadt würde zwar Take-Away anbieten, mehr liege aber nicht drin, sagt Mitbesitzer Tinu Mühlethaler: «Ein Lieferservice würde sich für uns im Alleingang nicht rentieren.» Dafür seien Aufwand und Anschaffungskosten zu gross. Dank Schnellerteller könne man den Kunden nun eine Alternative anbieten – und erst noch eine einzigartige: «Ich warte auf den Tag, an dem jemand ein koreanisches Poulet zum Bräteln an das Aareufer bestellt. Das kann kein anderer Kurier anbieten», so Mühlethaler.

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