Heisse Spur im Millionenraub
Aktualisiert

Heisse Spur im Millionenraub

Drei Tage nach dem rekordverdächtigen Millionenraub in Grossbritannien hat die britische Polizei zwei Verdächtige verhaftet.

Die beiden 33 und 55 Jahre alten Männer stehen unter dem Verdacht, an einer Verschwörung zu einem Raub teilgenommen zu haben, sagte der stellvertretende Polizeichef der Grafschaft Kent, Adrian Leppard. «Wir haben es mit einer detailliert geplanten Operation professioneller Verbrecher zu tun», fügt er hinzu.

Leppard rief die Bevölkerung auf, jedes Detail, jede Beobachtung im Zusammenhang mit der Tat zu melden - so unbedeutend und alltäglich es auf den ersten Blick erscheinen möge. «Erinnern Sie sich», bat er die Öffentlichkeit.

Bei ihrem Überfall auf das Gelddepot bei Tonbridge in der Grafschaft Kent erbeuteten die Räuber nach jüngsten Angaben bis zu 50 Millionen Pfund (73 Millionen Euro) - es wäre damit der grösste Geldraub in der britischen Geschichte. Am Freitag hatte die Polizei in einem Lieferwagen einen Teil der Beute sichergestellt. Für Hinweise auf die Beute lobten die Ermittler eine Belohnung von zwei Millionen Pfund (drei Millionen Euro) aus.

Am Samstag gab die Polizei weitere Einzelheiten zum Tathergang bekannt. Demnach stoppten mehrere als Polizisten verkleidete Personen den Manager Colin Dixon, als er vom Depot nach Hause fuhr. Zur selben Zeit klingelte eine zweite Gruppe an der Haustür der Dixons. Der Frau des Managers berichteten die vermeintlichen Beamten von einem Unfall ihres Mannes, um sie und ihren Sohn ebenfalls zu entführen. Mitten im Feierabendverkehr wurden sie mit mehreren Fahrzeugen zu einem abgelegenen Haus gebracht. Dort drohte man der Familie Gewalt an, sollte Colin Dixon der Bande nicht Zugang zu dem Gelddepot verschaffen. Nach dem Überfall auf das Lager wurden die Dixons unversehrt freigelassen. Dixon veröffentlichte am Samstag eine Erklärung, in der er von der schlimmsten Nacht im Leben seiner Familie sprach. «Der Schrecken darüber, was geschehen ist und das Grauen darüber, was hätte geschehen können, ist mit uns in jedem wachen Moment», schrieb er. «Bei diesem Verbrechen ging es für uns nicht um Geld, es ging ums Überleben.» (dapd)

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