Heisse Spur nach Polizistenmord in Heilbronn
Aktualisiert

Heisse Spur nach Polizistenmord in Heilbronn

Sieben Wochen nach der Ermordung einer Polizistin in Heilbronn können die Fahnder einen Ermittlungserfolg vorweisen. Die Auswertung von DNA-Spuren am Streifenwagen weise auf eine gesuchte mehrfache Mörderin als Täterin hin.

Die Frau habe an mindestens 22 weiteren Verbrechensschauplätzen im In- und Ausland Spuren hinterlassen, berichtete die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf hohe Polizeikreise. Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion wollten am Samstagnachmittag «über einen grösseren Spurenkomplex informieren, dem eine nicht unerhebliche Tatrelevanz zugemessen wird».

Nähere Auskünfte gab es zunächst nicht. Die 22-jährige Polizistin war am 24. April in Heilbronn während einer Streifenfahrt mit einem Kopfschuss getötet worden. Ein Kollege, auf den ebenfalls geschossen worden war, war erst vor wenigen Tagen aus dem Koma erwacht, konnte sich aber an die Tat nicht mehr erinnern. Zur Aufklärung des Falls wurde eine Belohnung in Höhe von 100 000 Euro ausgesetzt.

Laut «Bild»-Zeitung verglichen die Ermittler die Spur am Streifenwagen mit der europäischen DNA-Analyse-Datei und kamen so auf die Spur einer wegen zahlreicher Verbrechen gesuchten Frau. Zwischen 1993 und 2007 habe sie an 22 weiteren Verbrechensschauplätzen in Deutschland, Österreich und Frankreich ihre Spuren hinterlassen.

Der Zeitung zufolge werden der Frau unter anderem zwei Morde, ein Mordversuch und ein Raubüberfall zugeschrieben. So soll sie 1993 in Idar-Oberstein eine 62-jährige Frau in deren Wohnung mit einem Blumenbindedraht erdrosselt haben, 2001 soll sie bei einem Raubmord in Freiburg einen 61-jährigen Mann getötet haben. Das Profil der Ermittler geht laut Zeitung von einer Frau aus Deutschland oder Osteuropa ohne festen Wohnsitz aus. Sie soll schwer drogenabhängig sei und mit verschiedenen Männern aus Osteuropa als Pärchen oder Bande unterwegs sein. An Tatorten habe sie Einwegspritzen hinterlassen, das Tatmuster lasse auf Beschaffungskriminalität schliessen.

Ende Mai hatten die Ermittler bekannt gegeben, dass die 22-jährige Polizistin im vergangenen Jahr zur Überführung eines Dealerpärchens zwei Mal als Drogenkäuferin in Zivil eingesetzt worden war. Es bestehe aber kein Zusammenhang zwischen ihrer Ermordung und dem damaligen Einsatz. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass sich die Anzeichen dafür mehrten, dass die Täter aus dem Drogenmilieu stammten und die Polizistin gezielt als Opfer wählten. (dapd)

Deine Meinung