USA: Heisser Wahlkampf dank den «Huren für Hillary»
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USAHeisser Wahlkampf dank den «Huren für Hillary»

Spärlich bekleidete Wahlkampfhelferinnen unterstützen Clinton. Auch Trump erhält Hilfe von unerwarteter Seite.

von
sut

Über dieses Unterstützungskomitee schweigt sich Hillary Clinton tunlichst aus. Im Vorfeld der Parteiversammlungen von Nevada vom Samstag sprach die führende Kandidatin der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen nie über die Prostituierten der Moonlite Bunny Ranch in Carson City. Doch die schwingen die Fahne mit dem Spruch: «Hookers 4 Hillary» – Huren für Hillary.

Auf der gleichnamigen Website sind sie zu sehen, die spärlich bekleideten Sexarbeiterinnen des berühmtesten Bordells Amerikas. Stolz und fröhlich lachend halten die biegsamen Sternchen der HBO-Dokserie «Cathouse» Schilder mit den Buchstaben ihres politischen Slogans hoch.

Bills Eskapaden nicht unter den Gründen

In einem Video erklärt Wortführerin Shelby Star die vier Gründe, warum sie die frühere First Lady für die beste Kandidatin hält. Die zahlreichen Sex-Affären ihres Mannes Bill, des früheren Präsidenten, sind nicht darunter:

Wie Shelby Star glaubt, würde Hillary erstens die Gesundheitsreform schützen, dank der sich die «500 unabhängigen Kontraktarbeiterinnen» von Bordellboss Dennis Hof erstmals einer Krankenversicherung erfreuen. Zweitens verfüge die Ex-Aussenministerin über weltpolitische Erfahrung. Drittens trete sie für Schutz gegen Geschlechtskrankheiten ein. Und viertens sorge sie für Prosperität, damit «die schwer arbeitenden Bunny-Ranch-Kunden Einkommen haben, das sie mit ihrem Lieblingsbunny geniessen können».

Die Unterstützung durch die «Huren für Hillary» könnte ein – wenn auch kleiner – Faktor für den Sieg der Kandidatin gegen den Sozialisten Ben Sanders am Samstag gewesen sein.

Schwarze Frauen für Trump

Nicht ganz regulären Support geniesst auch der führende Republikaner Donald Trump. Für ihn rühren die Afroamerikanerinnen Lynette Hardaway und Rochelle Richardson die Werbetrommel. Bekannt als «Stump for Trump Girls» (Girls, die für Trump sprechen) legen die zwei Schnellrednerinnen aus North Carolina Widerspruch gegen die überwiegend pro-demokratischen Meinungsführer von Amerikas Schwarzen ein. Letzten August stellten sie sich vor Trump und kritisierten Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly, weil diese ihrem Schützling in der ersten Debatte eine kritische Frage zu stellen wagte:

Anders als Hillary Clinton steht Donald Trump zu seinen streitbaren weiblichen Fans. An einer Veranstaltung Anfang Dezember holte er «Diamond and Silk» (Diamant und Seide), wie sich die zwei Frauen nennen, in Arizona auf die Bühne, um sie mit der für sie typischen Wechselrede das Lob auf ihn singen zu lassen:

In ihrer Wirkung werden solche Unterstützungen generell überschätzt. In der Summe können sie jedoch schon einen Effekt entfalten. Die Website Truthfinder.com zählt auf, welche Berühmtheiten sich hinter welche Kandidaten gestellt haben. Klare Spitzenreiterin ist Hillary Clinton mit hochkarätigen Prominenten wie Kim Kardashian, Leonardo DiCaprio, Katy Perry, George Clooney, Beyoncé, Steven Spielberg und Matt Damon.

Auf Hillary folgt mit deutlich weniger Prominenz Bernie Sanders. Ihn unterstützen bekannte Linke wie Susan Sarandon oder Bill Maher. Gänzlich abgeschlagen ist in diesem Feld Donald Trump: Für ihn treten Charlie Sheen ein, Kirstie Alley, Ted Nugent und der Schwergewichtsboxer Mike Tyson.

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