Aktualisiert 03.12.2008 11:41

Verbrauchskosten

Heizzkosten werden nicht verbrauchsabhängig abgerechnet

Die verbrauchsabhängige Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung (VHKA) wird in der Schweiz kaum mehr angewendet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamtes für Energie.

Obwohl die Wirkung der seit den 80-er Jahren in der Schweiz allmählich eingeführten VHKA erwiesen sei, friste diese energiepolitische Massnahme in vielen Kantonen ein Schattendasein, teilte das BFE am Mittwoch mit. Ziel der VHKA wäre es eigentlich, Mieter zum sorgsamen Umgang mit Energie zu animieren. Die Vollzugsintensität sei sehr gering und tendiere in gewissen Kantonen sogar gegen Null. 1990 wurde die VHKA für Alt- und Neubauten des Bundes verbindlich vorgeschrieben. Bereits acht Jahre später wurde diese Regelung jedoch teilweise wieder zurückgenommen und nur noch auf Neubauten für obligatorisch erklärt. Dies hatte zur Folge, dass verschiedene Kantone die Regelung ebenfalls wieder zurücknahmen.

Laut Studie schätzen die meisten befragten Fachleute in den Kantonen, dass weit weniger als die Hälfte der Gebäude mit der VHKA ausgerüstete ist. In zehn Kantonen wurde der Anteil sogar unter zehn Prozent geschätzt. Indessen wäre die Akzeptanz recht hoch: 60 Prozent der Mietenden, welche mit dem Abrechnungsprinzip der VHKA vertraut sind, ergreifen sinnvolle Energie-Sparmassnahmen, wie das BFE festhält. Frühere Untersuchungen gingen dabei von einer durchschnittlichen Energieeinsparung von 15 Prozent aus. Laut BFE liegt die geringe Wirksamkeit der VHKA also nicht in der Effektivität, sondern in der fehlenden Orientierung der betroffenen Mieter. Lediglich 28 Prozent der Bewohner von Gebäuden, in denen die VHKA angewendet werden muss, seien über die Kostenabrechnungsart informiert.

Als Empfehlung für die Zukunft der VHKA werden in der Studie eine Reihe von Varianten aufgezeigt; unter anderem eine, welche alle Bemühung auf Neubauten konzentrieren will und eine weitere, welche die Wiedereinführung der VHKA für alle Gebäude fordert. Einer Forderung, der sich auch der WWF Schweiz anschliesst. Das Verursacherprinzip bei den Heiz- und Warmwasserkosten helfe erwiesenermassen, Energie zu sparen. (dapd)

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