Wegen Rauswurf: Helbling verklagt den HC Lugano
Aktualisiert

Wegen RauswurfHelbling verklagt den HC Lugano

Der fristlos gefeuerte Verteidiger Timo Helbling (29) verklagt den HC Lugano vor Arbeitsgericht.

von
Klaus Zaugg
Timo Helbling (r.) verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Timo Helbling (r.) verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Nach dem 1:9 in Langnau ist Timo Helbling «gesündenbockt» worden: Der HC Lugano suspendierte den Nationalverteidiger von Spiel und Training. Wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Teamkollege Flavien Conne und einem Disput mit Trainer Philippe Bozon während des Trainings. Inzwischen verteidigt Helbling für den finnischen Spitzenklub Kärpät Oulu. Dort hat er einen Vertrag bis Saisonende mit Ausstiegsoption per 15. Dezember – eine Rückkehr in die NLA wäre theoretisch möglich.

Faktisch hat Lugano seinen Nationaltrainer fristlos entlassen. Die Lohnzahlung ist per sofort eingestellt worden. Dies bestätigt Helbling gegenüber der «Mittelland-Zeitung». Er erklärte gegenüber dieser Zeitung weiter, er habe einen Anwalt eingeschaltet und Lugano eingeklagt. Das, was damals im Training passiert sei, habe er während seiner Karriere «schon hundertmal erlebt». Er sei von Lugano vor diesem Eklat weder gebüsst noch verwarnt worden. Und immerhin hat sich Helbling in mehr als 300 Spielen im nordamerikanischen Hockey (Junioren, Farmteams und NHL) bewährt.

Keine Stellungsnahme von beiden Seiten

«Wir sagen nichts zu diesem Fall», erklärt Luganos Sportchef Roland Habistreutinger gegenüber 20 Minuten Online. Helblings Agent Rolf Simmen sagt, zu einem laufenden Verfahren gebe es keine Stellungnahme.

Eine fristlose Entlassung ist nach unserem Arbeitsrecht auch bei zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen äusserst heikel und an verschiedene Formalitäten gebunden. Die Chancen, dass Helbling mit seiner Klage Erfolg hat, sind sehr hoch. Nach der bekannten Faktenlage lieben seine Chancen bei etwa 99,9 Prozent.

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