Aktualisiert 05.05.2015 11:24

Blutige ErinnerungenHelblings Wiedersehen mit den Deutschen

Die Nati spielt am Dienstag ihr drittes WM-Spiel in Prag gegen Deutschland. Mit Timo Helbling. Da werden blutige Erinnerungen wach.

von
Marcel Allemann, Prag
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Wüste Szenen nach dem WM-Viertelfinal 2010 gegen Deutschland, den die Schweiz 0:1 verliert. Verteidiger Timo Helbling legt sich mit dem Assistenztrainer der Deutschen, Ernst Höfner, an.

Wüste Szenen nach dem WM-Viertelfinal 2010 gegen Deutschland, den die Schweiz 0:1 verliert. Verteidiger Timo Helbling legt sich mit dem Assistenztrainer der Deutschen, Ernst Höfner, an.

Keystone/Arno Balzarini
Nicht nur Helbling lässt die Fäuste sprechen. Nach der Schlusssirene geraten die beiden Teams aneinander.

Nicht nur Helbling lässt die Fäuste sprechen. Nach der Schlusssirene geraten die beiden Teams aneinander.

Keystone/Arno Balzarini
Überall Helme, Stöcke und Handschuhe: Die Streithähne lassen es richtig krachen.

Überall Helme, Stöcke und Handschuhe: Die Streithähne lassen es richtig krachen.

Keystone/Arno Balzarini

2010 verlor die Schweiz an der WM in Deutschland im Viertelfinal gegen den Gastgeber 0:1. Mit der Schlusssirene kam es damals zu unschönen Szenen. Unter anderem prügelte sich Timo Helbling mit dem damaligen deutschen Assistenztrainer Ernst Höfner und trug eine blutige Nase davon. «Es war eine riesige Enttäuschung, wir waren so nahe an einem Exploit», erinnert sich Helbling zurück. «Zum Schluss wurde es emotional und es ging drunter und drüber.»

Helbling erreichte damals mit seiner Aktion in der Heimat fast schon Heldenstatus. Der Hüne, der neben dem Eis ein sehr besonnener und gebildeter Zeitgenosse ist – neben dem Eishockey befindet er sich im Masterstudiengang für Financial Banking – findet selbst: «Es ist sicher nichts, worauf ich stolz bin. Schliesslich leben wir nicht im Wilden Westen.»

Auch gegen Frankreich floss Blut

Beim 3:1-Sieg am Sonntag gegen Frankreich erlebte Helbling nach fünf Jahren ohne Aufgebot für einen Grossanlass seine Rückkehr aufs WM-Parkett. Denn tags zuvor bei der 3:4-Schlappe nach Penaltyschiessen gegen Österreich war er noch überzählig. Erneut floss beim 33-jährigen Defensivverteidiger Blut.

Dieses Mal an der Lippe nach einem Ellbogencheck von Sacha Treille. Die Schweiz nutzte jene Strafe zum so wichtigen Führungstreffer. «Offenbar gehört das bei mir an der WM dazu», sagt Helbling mit einem Lächeln, «der Kreis schliesst sich somit.»

«Die Rivalität ist genetisch»

Das wird er sich definitiv am Dienstagnachmittag (ab 16.15 Uhr im Liveticker), wenn Helbling, der gegen Frankreich durch seine Unerschrockenheit zu den besten Schweizern gehörte, erstmals seit dem Vorfall 2010 wieder in einem WM-Match auf Deutschland trifft.

Für den Solothurner, der auf die nächste Saison von Fribourg zu Bern wechselt, sind diese Nachbarschaftsduelle immer speziell: «Wir Schweizer sind mit dieser Rivalität aufgewachsen. Das hat nichts mit dem Eishockey zu tun – es ist genetisch.»

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