Nanobodies stoppen Sars-CoV-2 - Helfen diese drei Alpakas uns im Kampf gegen das Coronavirus?
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Nanobodies stoppen Sars-CoV-2Helfen diese drei Alpakas uns im Kampf gegen das Coronavirus?

Antikörper spielen im Kampf gegen Sars-CoV-2 eine grosse Rolle. Nun präsentieren Forschende Mini-Antikörper, die das Coronavirus noch besser ausschalten. Sie stammen von Alpakas.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Gestatten, die Alpakas Britta, Nora und Xenia. 

Gestatten, die Alpakas Britta, Nora und Xenia.

Carmen Rotte / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Die drei Kameltiere könnten laut Forschenden des Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und der Universitätsmedizin Göttingen im Kampf gegen das Coronavirus helfen. 

Die drei Kameltiere könnten laut Forschenden des Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und der Universitätsmedizin Göttingen im Kampf gegen das Coronavirus helfen.

Carmen Rotte / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
Mit der Hilfe der Tiere haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sogenannte Nanobodies geschaffen, die das Coronavirus 1000 Mal besser neutralisieren als zuvor entwickelte Antikörper.

Mit der Hilfe der Tiere haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sogenannte Nanobodies geschaffen, die das Coronavirus 1000 Mal besser neutralisieren als zuvor entwickelte Antikörper.

Thomas Güttler / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Darum gehts

  • Göttinger Forschende haben nach eigenen Angaben hochwirksame Antikörper gegen Sars-CoV-2 entwickelt.

  • Dabei handelt es sich um sogenannte Nanobodies, die von Alpakas stammen.

  • Die Mini-Antikörper sollen bis zu 1000 Mal besser wirken als zuvor entwickelte Antikörper..

  • Noch ist aber offen, ob sie je zum Einsatz kommen.

Spätestens seitdem Ex-US-Präsident Donald Trump mit einem Antikörper-Cocktail gegen Covid-19 behandelt wurde, ist klar, wie wichtig sie im Kampf gegen das Coronavirus sein können. Das Problem: Therapeutische Antikörper herzustellen, ist teuer, der Einsatz nur bei bestimmten Covid-Patientinnen und -Patienten sinnvoll und ihr Nutzen gegen die mittlerweile dominante Delta-Variante fraglich.

Forschende vom Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben nach eigenen Angaben völlig neue Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus und sogar dessen neue Varianten ausschalten können, sogar Delta, wie es im «The Embo Journal» heisst. Die Mini-Antikörper stammten aus Alpakas. Der Mensch kann diese Art nicht selbst herstellen.

Viele Vorteile

Die sogenannten Nanobodies binden und neutralisieren das Virus bis zu 1000 Mal besser als zuvor entwickelte Antikörper. «Sie vereinen erstmals extreme Stabilität und höchste Wirksamkeit gegen das Virus und dessen Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Varianten», so einer der beteiligten Wissenschaftler, Dirk Görlich, in einer Mitteilung.

Laut der Forschungsgruppe haben die Nanobodies entscheidende Vorteile gegenüber anderen Antikörpern. So halten sie zum Beispiel Temperaturen von 95 Grad Celsius aus, ohne zerstört zu werden. «Das sagt uns zum einen, dass sie im Körper lange genug aktiv bleiben könnten, um zu wirken. Zum anderen lassen sich temperaturstabile Nanobodies viel einfacher herstellen, verarbeiten und lagern», erklärt Matthias Dobbelstein, Professor an der UMG.

Einer-, Zweier- oder Dreierpack

Bereits die einfachsten Mini-Antikörper der Göttinger binden bis zu 1000 Mal stärker an das Spike-Protein als zuvor entwickelte Nanobodies gegen Covid-19. Werden sie zu Zweier- oder gar Dreierpacks kombiniert, verbessert sich die Wirkung noch einmal deutlich, heisst es in der Mitteilung: Bei allen Nanobody-Varianten – der einfachen wie der Zweier- und Dreier-Kombination – reichen geringste Mengen aus, um den Erreger zu stoppen. Dies würde beim Einsatz als Therapeutikum Erkrankte weniger belasten und die Produktionskosten deutlich reduzieren.

Um die Mini-Antikörper gewinnen zu können, injizierte das Team den drei Alpakas Britta, Nora und Xenia aus der Herde am Göttinger MPI mehrmals einen Teil des Spike-Proteins von Sars-CoV-2. Die Tiere bildeten daraufhin Antikörper gegen diesen Proteinteil. Nach der letzten Injektion entnahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Tieren noch eine kleine Menge Blut. Daraus schufen Görlich und seine Kollegen die Baupläne für Milliarden von Antikörpern, aus denen sie mit Hilfe von sogenannten Bakteriophagen (Viren, die auf Bakterien spezialisiert sind) die besten auswählten.

Nanobodies aus Lamas

Die Göttinger Forschenden sind nicht die ersten, die auf die speziellen Antikörper von Kameltieren setzen, zu den neben den Alpakas auch Lamas gehören. Schon im Jahr 2020 gab es Meldungen, wonach ein US-belgisches Forschungsteam an Nanobodies auf Lama-Basis forschte.

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Klinische Studien beginnen bald

Die stärksten Kandidaten wurden dann in Zellkulturen getestet . «Dabei schauen wir, welche Nanobodies verhindern, dass sich die Viren in Zellkulturen vermehren. Indem wir die Nanobodies in vielen verschiedenen Verdünnungen testen, finden wir heraus, welche Menge ausreicht, um diesen Effekt zu erzielen», so Dobbelsteins Kollegin Antje Dickmanns.

Obwohl einige der Nanobodies laut Mitteilung «wirklich beeindruckend» waren, ist unklar, ob und wann diese gegen Sars-CoV-2 zum Einsatz kommen. Denn die Mini-Antikörper sind bislang nur im Labor untersucht worden. Es gibt also noch keine Daten zur Wirksamkeit in Tierversuchen oder bei Menschen. Die wollen die Forschenden nun aber in einem nächsten Schritt liefern. Sie bereiten bereits die klinischen Tests vor: «Wir wollen die Nanobodies möglichst schnell für den sicheren Einsatz als Wirkstoff testen, damit sie schwer Erkrankten zugutekommen sowie jenen, die nicht geimpft wurden oder keinen effektiven Impfschutz aufbauen können», so Dobbelstein.

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