Aktualisiert 24.03.2020 19:06

Alte BekannteHelfen diese Medikamente kurzfristig bei Covid-19?

Vor dem Jahr 2021 wird es wohl keinen Impfstoff gegen das neue Coronavirus geben. Andere Präparate könnten dagegen deutlich rascher verfügbar sein.

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Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden.

Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden.

iStock/Remains
Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein.

Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein.

epa/Ahmed Jallanzo
Ebenfalls ein Hoffnungsträger: der Wirkstoff Camostat, der in Japan gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) zugelassen ist. In Zellexperimenten konnte er verhindern, dass das Coronavirus in die Lungenzellen eindringt. Ob das auch bei Menschen funktioniert, müssen weitere Untersuchungen zeigen. (Im Bild: akute Pankreatitis in der Computertomographie)

Ebenfalls ein Hoffnungsträger: der Wirkstoff Camostat, der in Japan gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) zugelassen ist. In Zellexperimenten konnte er verhindern, dass das Coronavirus in die Lungenzellen eindringt. Ob das auch bei Menschen funktioniert, müssen weitere Untersuchungen zeigen. (Im Bild: akute Pankreatitis in der Computertomographie)

Wikipedia Commons/Hellerhoff/CC BY-SA 3.0

Weltweit arbeiten Forscher fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Doch das braucht Zeit. Schliesslich müssen die Präparate auf ihre Wirksamkeit sowie Nebenwirkungen getestet werden, bevor sie die Zulassung erhalten. Laut den Experten des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) dürfte ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2 noch mehrere Monate auf sich warten lassen – und damit für die aktuelle Epidemie zu spät kommen.

Deshalb prüfen Wissenschaftler zurzeit auch bereits verfügbare Medikamente, die eigentlich für die Behandlung anderer Viruserkrankungen entwickelt wurden. Da diese das Zulassungsverfahren schon hinter sich haben, könnten sie rascher zum Einsatz kommen und die Schwere von Covid-19 (siehe Video unten) zumindest abmildern und Leben retten, so die Hoffnung der Forscher.

Ebola-Medikament

Während bei einigen auf dem Prüfstand stehenden Präparaten wie dem HIV-Medikament Kaletra der Zweifel überwiegt, herrscht bei anderen vorsichtige Zuversicht.

Zurzeit am vielversprechendsten ist laut Bruce Aylward von der Weltgesundheitsorgnisation WHO der Wirkstoff Remdesivir, der ursprünglich entwickelt wurde, um bei Ebola die Vervielfachung es Viruserbguts zu sabotieren, wie Spektrum.de schreibt. Tiermodelle aus dem vergangenen Jahr hätten gezeigt, dass Remdesivir gegen die ebenfalls von Coronaviren ausgelösten Krankheiten Sars und Mers wirkt. Wie gut es gegen Covid-19 wirkt, wird derzeit in drei klinischen Studien in China und den USA untersucht. Ende April sollen die ersten Studien abgeschlossen sein.

Mittel aus Japan

Forscher um den Infektionsbiologen Markus Hoffmann vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen (DPZ) beschäftigen sich derweil mit einem in Japan zugelassenen Wirkstoff gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): dem sogenannten Camostat.

Wie das Team im Fachjournal «Cell» berichtet, hat Camostat in Zellkulturen ein Enzym (TMPRSS2) blockiert, das das neue Coronavirus für den Eintritt in Lungenzellen benötigt. «Unsere Tests legen nahe, dass das Mittel vor dem Coronavirus schützen kann», so Hoffmann gegenüber Bild.de. Ob Camostat das Virus auch im Menschen hemmt, muss noch überprüft werden. Sollte das der Fall sein, ist ein kurzfristiger Einsatz denkbar.

Weiter fanden Hoffmann und seine Kollegen in Zellexperimenten heraus, dass ein Eindringen von Sars-CoV-2 auch durch Antikörper verhin­dert werden kann, die aus dem Blut von drei Überlebenden der Sars-Epidemie der Jahre 2002/2003 isoliert wurden. Entsprechend könnten Impfstoffe von damals, die nie zum Einsatz kamen, auch vor Covid-19 schützen. Doch auch diesbezüglich müssen erst klinische Studien erfolgen.

Was ist Covid-19?

Das neue Coronavirus und die dadurch ausgelöste Krankheit haben offizielle Namen erhalten.
(Video: 20M)

Die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit hat einen Namen. (Video: 20M)

Das neue Coronavirus

Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet.

Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst.

Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

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