Zürich: Helfen statt Schlemmen an Weihnachten im Trend
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ZürichHelfen statt Schlemmen an Weihnachten im Trend

Viele Zürcher bedienen lieber Obdachlose, statt in ihrer Stube zu feiern. Der ehrenamtliche Einsatz an Weihnachten boomt – er kommt aber nicht bei allen Randständigen gut an.

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som
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So feiern die meisten Weihnachten - im trauten Familienkreis. Doch immer mehr Menschen wollen über die Festtage aktiv was Gutes tun ...

So feiern die meisten Weihnachten - im trauten Familienkreis. Doch immer mehr Menschen wollen über die Festtage aktiv was Gutes tun ...

Keystone/Lukas Lehmann
... und melden sich beispielsweise bei Pfarrer Sieber in Zürich. Doch dort winkt man bei Angeboten für eintägige Weihnachtseinsätze ab, ...

... und melden sich beispielsweise bei Pfarrer Sieber in Zürich. Doch dort winkt man bei Angeboten für eintägige Weihnachtseinsätze ab, ...

Sieber SWS
...denn Matthias Roth, Koordinator der Freiwilligenarbeit bei Pfarrer Sieber - hier der Pfuusbus -, sagt: «Wir suchen Freiwillige, die über eine längere Zeit und nicht nur für einen einzelnen Tag für uns tätig sind.»

...denn Matthias Roth, Koordinator der Freiwilligenarbeit bei Pfarrer Sieber - hier der Pfuusbus -, sagt: «Wir suchen Freiwillige, die über eine längere Zeit und nicht nur für einen einzelnen Tag für uns tätig sind.»

Sieber SWS

Geschirr abwaschen, Fremden Schinken und Salate servieren oder die Leute beim Kerzenziehen unterstützen – das alles ohne Lohn. Viele Zürcher ziehen solche Tätigkeiten am 24. Dezember dem Auspacken von Geschenken und dem Fondue chinoise vor, wie Andrea König, Leiterin des Kulturhauses Helferei sagt.

Seit vielen Jahren organisiert die Institution der reformierten Kirche in ihren Räumen beim Grossmünster eine Weihnachtsfeier. Rund 300 Personen tafeln jeweils kostenlos, wie König sagt: «Zu uns kommt ein gut durchmischtes Publikum – Alleinstehende und Randständige, aber auch Pärchen und ganze Familien.»

Mehr Freiwillige als sonst

Im Einsatz sind am Mittwoch 25 Helfer – Schwierigkeiten, Leute zu finden, hat König nie: «Wir erhalten jedes Jahr viele Anfragen.» Darunter seien sowohl Alleinstehende, die lieber etwas Sinnvolles machen wollen, statt zu Hause zu sitzen, als auch auch Familien: «Sie haben Spass daran, ihren Kindern zu zeigen, dass man den Heiligabend auch anders verbringen kann.»

Von Helfern profitiert man auch bei der Stadtmission, die jeweils am 25. Dezember im Café Yucca eine Feier für Obdachlose und Randständige organisiert. Laut der Leiterin Regula Rother melden sich dafür stets Freiwillige – deutlich mehr als für Einsätze während des restlichen Jahres: «Viele erinnern sich wohl gerade an Weihnachten daran, dass es nicht allen so gut geht, und möchten ihre soziale Verantwortung wahrnehmen.» Dies kommt laut Rother bei den Randständigen nicht nur gut an: «Einige möchten, dass man sich auch sonst vermehrt für sie interessiert.»

Nez Rouge sucht Freiwillige

Die steigende Nächstenliebe spürt man auch bei den Hilfswerken Pfarrer Sieber. «Wir haben täglich Anfragen für Einsätze an Weihnachten», sagt Matthias Roth, Koordinator der Freiwilligenarbeit. Diese Helfer muss er allerdings enttäuschen: «Wir suchen Freiwillige, die über eine längere Zeit und nicht nur für einen einzelnen Tag für uns tätig sind.»

Gute Seelen für die Festtage werden hingegen noch bei Nez Rouge gesucht – sei es nur für einen Tag, wie Sprecher Erik Poly sagt: «Für Weihnachten und die Festtage brauchen wir weiterhin Dutzende von Fahrern.»

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