Como: Helfer regen sich über Schweizer Aktivisten auf
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ComoHelfer regen sich über Schweizer Aktivisten auf

Im Flüchtlingscamp in Como betreiben freiwillige Helfer eine Suppenküche und verteilen Kleidung. Doch längst nicht alle Helfer sind willkommen.

von
qll
Das improvisierte Lager der Migranten in einem Park beim Bahnhof von Como.

Das improvisierte Lager der Migranten in einem Park beim Bahnhof von Como.

Keystone/Francesca Agosta

In einem improvisierten Lager für Migranten in einem Park beim Bahnhof von Como setzen sich italienische Helfer freiwillig für das Wohl der Flüchtlinge vor Ort ein. «Wir sind über 600 Helfer, mehr als die Gestrandeten. 200 von uns campieren im oder beim Park», sagt Mattia Stancanelli (32) zum «Blick». «Wir betreiben ausserhalb des Parks eine Suppenküche, verteilen Kleidung, stehen den Flüchtlingen zur Seite.»

Doch nicht alle Helfer sind willkommen, wie die Zeitung schreibt: Eine Gruppe von rund 15 Schweizern kam am Samstag nach Como. «Sie bauten im Park eine Feldküche auf», erklärt Stancanelli. Die Polizei habe ihnen aber das Kochen verboten, «weil die Gasflaschen zu gefährlich seien».

Nur 100 statt 400 Flüchtlinge

Doch die Schweizer Aktivisten hätten das Verbot ignoriert. So soll die Bereitschaftspolizei ausgerückt sein und die Feldküche geräumt haben. Um dagegen vorzugehen, riefen die Schweizer die Flüchtlinge zum Protest auf: «Sie sagten, dass wir die Suppenküche der anderen Helfer boykottieren und in den Hungerstreik treten sollen», erzählt Abdulrahman (25) aus Somalia dem «Blick». «Das haben wir dann auch gemacht.»

Daniela Valsecchi, eine Helferin aus Bergamo (I), sagt: «Nur 100 der sonst erwarteten 400 Flüchtlinge holten ihre warme Mahlzeit ab.» Sie ärgert sich: «Die Schweizer kamen einfach hierher – ohne zu fragen. Und sie machten, was sie wollten.» Das gehe so nicht. «Sie stören den Frieden und machen unsere ehrenamtliche Arbeit kaputt.»

Schweizer Aktivisten gingen wieder

Wieso die Flüchtlinge dem Aufruf der Schweizer folgten, weiss Luciana Carnevale, die sich seit 17 Jahren für Flüchtlinge einsetzt. Sie sagt zur Zeitung, die jungen Flüchtlinge seien verzweifelt und frustriert, aber auch wütend und leicht zu beeinflussen. «Richtig helfen können wir ihnen nicht», sagt die Rentnerin. «Die Schweizer Grenze ist dicht. Ich habe noch nie so eine Ohnmacht gespürt.»

Die Schweizer Aktivisten seien zwar wieder gegangen. Zurück blieben aber ein Zelt und Transparente. Vermutlich kehren die unerwünschten Aktivisten wieder zurück.

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