Heliskiing wird überprüft
Aktualisiert

Heliskiing wird überprüft

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) überprüft den Unterhalt und die Nötigkeit von 42 Gebirgslandeplätzen für Helikopter. Die Umweltschutzverbände kritisieren das Konzept des BAZL.

Befürworter des Heliskiing - wie der Kanton Wallis und der Schweizer Tourismus-Verband - unterstützen weitgehend das Überprüfungskonzept für Gebirgslandeplätze des BAZL.

Gegner, etwa die Umweltverbände, lehnen es ab.

Die Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness, der WWF, der Vogelschutz und andere Umwelt-Verbände kritisieren das Konzept, das das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) in die Vernehmlassung geschickt hat.

Dieses berücksichtige Umweltschutzanliegen nur marginal und sei letztlich ein Blankocheck für touristische Heliflüge in den Bergen, schreibt die Organisation Mountain Wilderness. Im Konzept sei nur von einer möglichen Verlagerung, nicht aber von einer ersatzlosen Streichung der Gebirgslandeplätze die Rede.

Die Streichung bestimmter Heli-Landeplätze und die Schaffung von Ruhezonen sollte aber erworgen werden, fordern die Umweltverbände. Mountain Wilderness lehnt auch die Idee ab, die Verantwortung für die derzeit insgesamt 42 Landeplätze an die Kantone zu delegieren.

Zurück an den Absender, lautet daher das Urteil der Umweltschützer zu dem Konzept. Ähnlich denkt die Stiftung Landschaftsschutz: Das Konzept löse den Konflikt zwischen den Gebirgslandeplätzen und dem Umweltschutz nicht. Sie verlangt vom BAZL mehr Objektivität.

Walliser Heliskiing-Interessen

Der Kanton Wallis, in dem sich 19 der Landesplätze befinden, ist bereit, deren Unterhalt zu verbessern. Wohl sei eine Verlegung von Landepätzen in ökologisch weniger sensible Gegenden denkbar, erklärte Nicolas Mayor, Chef der Walliser Dienststelle für Verkehrsfragen, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Eine ersatzlose Schliessung solcher Landeplätze komme aber nicht in Frage. Die Gebirgslandeplätze seien sowohl für die Ausbildung der Rettungsflug-Piloten, als auch für das Heliskiing wichtig. Eine offizielle Stellungnahme des Kantons stellte Mayor für die nächste Woche in Aussicht.

Auch der Schweizerische Tourismusverband unterstreicht die touristische Bedeutung des Heliskiing für die Gebirgskantone - auch wenn dies im Widerspruch stehe zum einem naturnahen Tourismus. «Er unterstützt deshalb die Optimierung der heutigen Landeplätze bei gewichtigen Nutzungskonflikten, wehrt sich aber gegen ein Verbot von Heliskiing im Alpenraum», heisst es in der Stellungnahme.

Bern: Gebirgslandeplätze für die Ausbildung

Für den Kanton Bern erfüllen Gebirgslandeplätze für die Ausbildung von Rettungspiloten eine wichtige Funktion. Andere Nutzungen seien nicht erwünscht, heisst es in der bernischen Stellungenahme.

Bei unlösbaren Konflikten sollte auch die ersatzlose Aufhebung eines Landeplatzes möglich sein. Bern verfügt über zehn solche Landeplätze. Graubünden, mit neun Landeplätzen, will erst Mitte Oktober Stellung beziehen.

Laut dem Konzept des BAZL, das im Sommer vorgestellt wurde, soll bei der Überprüfung der Gebirgslandeplätze für Helikopter der Naturschutz berücksichtigt werden. Ersatzlose Streichungen von Gebirgslandeplätzen sieht es nicht vor. Denkbar seien aber Nutzungsbeschränkungen für Gebirgslandeplätze oder die Verschiebung respektive der Ersatz einzelner Landestellen.

(sda)

Deine Meinung