Tests in Luzern: Heller Strassenbelag soll Städte vor Überhitzung schützen

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Tests in LuzernHeller Strassenbelag soll Städte vor Überhitzung schützen

Helle Strassenbeläge sollen dafür sorgen, dass Städte im Sommer weniger stark erhitzt werden. In Luzern werden nun Beläge während zwei Jahren untersucht.

von
Gianni Walther
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Wer an der Blattenmoosstrasse im Luzerner Stadtteil Littau entlang läuft, mag sich über die unterschiedlichen Strassenbeläge wundern.

Wer an der Blattenmoosstrasse im Luzerner Stadtteil Littau entlang läuft, mag sich über die unterschiedlichen Strassenbeläge wundern.

20min/Vanessa Federli
Die Beläge können möglicherweise dabei mithelfen, dass sich Städte im Sommer nicht zu stark erhitzen.

Die Beläge können möglicherweise dabei mithelfen, dass sich Städte im Sommer nicht zu stark erhitzen.

20min/Celia Nogler
Der grosse Anteil versiegelter Flächen in Städten trägt dazu bei, dass Städte im Sommer zu regelrechten Glutöfen werden können.

Der grosse Anteil versiegelter Flächen in Städten trägt dazu bei, dass Städte im Sommer zu regelrechten Glutöfen werden können.

20min/Vanessa Federli

Darum gehts

«Mit dem Klimawandel werden Hitzeperioden häufiger, länger und heisser», heisst es auf der Webseite des Bundesamts für Umwelt BAFU. Und weiter: «In Städten und Agglomerationen ist die Hitzebelastung besonders gross, denn die vielen versiegelten Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf.» 

Um den sogenannten Hitzeinseleffekt zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der Einsatz von neuen und helleren Strassenbelägen. In der Stadt Luzern werden momentan solche Beläge getestet, wie die Stadt Luzern auf Facebook schreibt. «Je dunkler der Belag ist und je stärker die Sonneneinstrahlung absorbiert wird, umso mehr Abwärme entsteht beim Strassenbelag», sagt Reinhard Hofmann, Projektleiter beim Tiefbauamt der Stadt Luzern. «Mit einem aufgehellten Belag wollen wir messen, wie gross die Temperaturunterschiede im Vergleich zu dunklen Belägen sind», so Hofmann.

Für die Tests wird an der Blattenmoosstrasse ein Belag in verschiedenen Variationen getestet. Als Vergleichspunkt wird ein genormter Belag genutzt, der gängigen Anforderungen an den Strassenverkehr entspricht. «Davon wird eine dünne Schicht abgeschliffen, damit das graue Gestein darunter zum Vorschein kommt. Der Belag wird dadurch heller», sagt Hofmann. Bei einem weiteren Testbelag wurde das graue Gestein durch weisses Gestein ersetzt. «Der Grundbelag ist jedoch derselbe», so der Projektleiter.

Kameras zeichnen Temperaturen auf

«Es werden Wärmebild- und Infrarotkameras installiert, die die Wärmeabstrahlung der Testbeläge messen.» Die Messwerte werden laufend aktualisiert und während zwei Jahren aufgezeichnet. «So können wir die Auswirkungen über das ganze Jahr messen. So sehen wir, wie sich die Beläge beispielsweise im Sommer mit viel Wärme und Sonne oder im Winter mit tiefen Temperaturen und weniger Helligkeit verhalten.» Die Messwerte werden an ein Ingenieurbüro gesendet, das den Test überwacht.

Neben den Temperaturen wird dabei etwa auch getestet, ob sich durch die neuartigen Beläge die Lärmbelastung verändert. Nach dem zweijährigen Test wertet das zuständige Ingenieurbüro die Daten aus. Tests mit helleren Strassenbelägen wurden durch das Ingenieurbüro auch in Bern und Sitten durchgeführt.  Hofmann: «So können wir vergleichen, inwiefern sich die Beläge in verschiedenen Situationen verhalten. Auf Autobahnen wird der Belag beispielsweise durch die höheren Geschwindigkeiten anders belastet, als dies auf einer Quartierstrasse der Fall ist.» Nach Ende des Tests werden viele verschiedene Faktoren untersucht und ausgewertet. «Danach sehen wir, ob und wie ein Einsatz von anderen Belagsarten zur Senkung der Temperaturen beitragen kann», so der Projektleiter.

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