Messerattacke auf Türsteher: Hells Angel muss 13 Jahre ins Gefängnis
Aktualisiert

Messerattacke auf TürsteherHells Angel muss 13 Jahre ins Gefängnis

Ein Mitglied der Hells Angels aus dem St. Galler Rheintal wurde vom Landesgericht Feldkirch (A) wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.

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Der Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen (6. März 2016) im Lustenauer Club Sender.

Der Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen (6. März 2016) im Lustenauer Club Sender.

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Mehrere Rocker aus der Schweiz seien ...

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... auf einen 37-jährigen Mitarbeiter des Clubs losgegangen und hätten ihn zuerst mit einem Schlag am Kopf verletzt.

... auf einen 37-jährigen Mitarbeiter des Clubs losgegangen und hätten ihn zuerst mit einem Schlag am Kopf verletzt.

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Im März 2016 verletzte das Mitglied der Hells Angels bei einem Streit einen Türsteher des Klubs Sender mit einem Klappmesser. Viermal stach der Verurteilte zu. Nur einem glücklichen Zufall sei es zu verdanken, dass das Opfer nicht lebensgefährlich verletzt wurde, hiess es in der Anklageschrift.

Laut FM1Today handelt es sich beim Hells Angel um einen Mann aus St. Margrethen SG.

Zeuge beeinflusst?

Am Donnerstag wurden vor Gericht drei Zeugen befragt, darunter auch zwei Polizisten, die einen Augenzeugen der Tat befragt hatten. Der Augenzeuge selbst hatte seine belastende Aussage am Mittwoch widerrufen. Die Staatsanwältin glaubt, dass der Augenzeuge im Vorfeld beeinflusst oder sogar eingeschüchtert worden sein könnte.

Der beschuldigte Hells Angel beteuerte am Prozess seine Unschuld. Es liege eine Verwechslung vor. Ein Gutachten zu Spuren auf der Tatwaffe und den Schuhen des Opfers belastete den Mann aber schwer.

Tatmesser entsorgt

Laut eigenen Angaben will der 31-jährige Kosovare lediglich bemerkt haben, dass eine Schlägerei im Gang war. Daraufhin habe er seinen Freunden zu Hilfe eilen wollen. Da habe der Türsteher aber schon blutüberströmt auf dem Boden gelegen.

Damit seine Freunde nicht in Schwierigkeiten geraten, habe er das neben dem Verletzten liegende Messer aufgehoben und es wenig später auf dem Parkplatz der Diskothek weggeworfen. Dass sich auf dem Messer lediglich DNA-Spuren von ihm und dem Türsteher befanden, sahen der Angeklagte und sein Verteidiger nicht als Widerspruch: Der Täter müsse offenbar Handschuhe getragen haben, so ihre Argumentation.

Einstimmiges Urteil der Geschworenen

Die Geschworenen glaubten dieser Argumentation nicht. Sie fällten am Donnerstagabend nach mehrstündiger Beratung ihr Urteil. Es fiel einstimmig aus. Der 31-Jährige wird zu 13 Jahren Gefängnis und 10'000 Euro Schmerzensgeld verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte an, er werde Berufung einlegen.

(20 Minuten/sda)

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