Aktualisiert 27.01.2011 15:24

GesundheitswesenHelsana zurück in den schwarzen Zahlen

Helsana, die grösste Schweizer Krankenkasse, hat die Wende geschafft: Im Jahr 2010 resultierte ein Gewinn von 84 Millionen Franken.

Die dunklen Wolken über der Helsana scheinen sich zu verziehen: Im Jahr 2010 resultierte wieder ein Gewinn.

Die dunklen Wolken über der Helsana scheinen sich zu verziehen: Im Jahr 2010 resultierte wieder ein Gewinn.

Der Krankenversicherer Helsana ist finanziell wieder fit und kann zudem seine Leistungen durch die Prämieneinnahmen so gut wie decken. Allerdings hat der Marktleader erneut Zehntausende Kunden verloren und muss nun verstärkt in die Kundenbeziehungen investieren.

Dank kräftig sprudelnder Anlageergebnisse und eines effizienteren Betriebs ist die Gruppe 2010 mit einem Gewinn von 84 Mio. Fr. in den schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 2009 hatte sie noch 58 Mio. Fr. Verlust gemacht, 2008 hatte das Minus sogar bei 215 Mio. Franken gelegen. Für Konzernchef Daniel Schmutz ist die Wende geschafft, wie er am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte.

Zudem gab Schmutz bekannt, dass sich das Kerngeschäft 2010 selbst getragen habe: Die Kosten für Versicherungsleistungen plus administrative Kosten waren praktisch durch die Prämieneinnahmen von 5,51 Mrd. Fr. gedeckt. Die Combined Ratio, das Verhältnis Kosten und Prämienertrag, sank von 103,4 Prozent im Vorjahr auf 100,2 Prozent.

Ganz im Jargon des Gesundheitswesens erklärte Finanzchef Rudolf Bruder die Zahl so: «Eine Combined Ratio über 100 entspricht einer Körpertemperatur von über 37 Grad.» Ziel sei, alle Teile der Gruppe ganz unter den Wert von 100 zu bringen. In der Grundversicherung verbesserte sich die Kostensituation bereits deutlich.

Kaum mehr Einnahmen

Trotz Prämienerhöhungen von durchschnittlich 7,5 Prozent nahm die Gruppe hingegen nur 0,5 Prozent mehr ein als im Vorjahr. Zwar ist Helsana mit 1,15 Mio. Grundversicherten unangefochten die Nummer Eins, doch haben auf Anfang 2011 wegen des Prämiensprungs 55'000 Kunden der Krankenkasse den Rücken gekehrt.

Ein Jahr davor hatte die Helsana aus denselben Gründen auf einen Schlag 165'000 Versicherte verloren, nachdem die Prämien um 9,3 Prozent gestiegen waren. Für Konzernchef Schmutz, der Mitte 2010 das Ruder übernommen hat, ist die Marktsituation nach wie vor «nur befriedigend».

«Verlässliche Prämienpolitik»

Bis 2012 will der Konzern wie schon früher angekündigt 80 Mio. Fr. sparen. Zum Teil muss dieses Ziel auch durch Personalabbau erkauft werden: 2010 hat der Konzern 183 Stellen gestrichen. Für 2011 dürften es in etwa noch einmal so viele werden.

Daneben will der Konzern aber auch 20 Mio. Fr. in die Hand nehmen, um an zwei neuralgischen Punkten wettbewerbsfähiger zu werden: In der Kundenberatung und bei der Kundenbindung. So soll einem weiteren Kundenweggang entgegengewirkt werden.

Konzernchef Schmutz hofft, auf 2012 die Prämien weniger stark erhöhen zu müssen als in den Vorjahren. Aufgrund der besseren finanziellen Lage des Konzerns verspricht er denn auch eine «verlässliche und gesunde Prämienpolitik».

Der Konzern betont, früher als die Konkurrenz die Prämien erhöht und dadurch keinen Nachholbedarf mehr zu haben. Allerdings weiss auch man auch bei Helsana, dass verschiedene Unwägbarkeiten in der Gesundheitspolitik genaue Prognosen über künftige Prämien nicht zulassen. (sda)

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