Weniger Gewinn: Helvetia steigert Einnahmen um 15 Prozent

Aktualisiert

Weniger GewinnHelvetia steigert Einnahmen um 15 Prozent

Die Versicherungsgruppe Helvetia weist im ersten Halbjahr 2009 bei höheren Prämieneinnahmen mit 138,2 Millionen Franken knapp 17 Prozent weniger Gewinn aus.

Der Allbranchenversicherer Helvetia hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 138 (166) Mio. Fr. erzielt. Einmalige Reserveauflösungen von knapp 200 Mio. Fr. hatten im Vorjahr das Ergebnis begünstigt. Im laufenden Jahr stieg das Anlageergebnis deutlich an.

Der Anlagengewinn sei mit 515 (Vorjahr minus 41) Mio. Fr. sehr robust ausgefallen und hebe sich deutlich von dem schwierigen und von Verlusten geprägten Vorjahr ab, heisst es in der Unternehmensmitteilung vom Donnerstag.

Der erfreuliche Semesterausweis unterstreiche, dass Helvetia aus der Position der Stärke heraus agiere, erklärte CEO Stefan Loacker an der Telefonkonferenz.

Bedeutende Zukäufe in Italien

Das Geschäftsvolumen wuchs um 21,4 Prozent auf 4,126 Mrd. Fr. und wurde durch die Zukäufe in Italien (Padana, Chiara Vita) gestützt. Klammert man die Akquisitionen aus, beträgt das Plus 8,5 Prozent. Im zweiten Halbjahr sollte der Akquisitionseffekt gedämpft sein, da die Übernahmen teilweise bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 in die Rechnung eingeflossen seien, erklärte Loacker.

Die Bruttoprämien im Leben-Geschäft stiegen von 1,988 Mrd. Fr. auf 2,383 Mrd. Franken. Ein wichtiger Teil des Wachstums stammt dabei aus dem Heimmarkt Schweiz und dort aus dem Kollektivlebengeschäft. Auch Italien und Spanien haben zum Wachstum beigetragen.

Die Bruttoprämien im Nicht-Leben stiegen minim von 1,403 Mrd. Fr. auf 1,412 Mrd. Franken. Das Wachstum wurde vor allem in Österreich und Deutschland erzielt. Spanien und die Transportversicherung in Frankreich waren vom Konjunktureinbruch betroffen.

Die Combined Ratio - das Verhältnis von Schadenaufwand und Kosten zu den Prämieneinnahmen - im Nicht-Leben-Geschäft verschlechterte sich nur leicht von 93,2 auf 93,8 Prozent.

Das konsolidierte Eigenkapital der Gruppe verbesserte sich per Ende Juni auf 2,866 (Ende 2008: 2,774) Mrd. Franken. Die annualisierte Eigenkapitalrendite erhöhte sich seit Jahresbeginn auf 9,8 (Ende 2008: 8,2) Prozent. Die Solvabilität (Ausstattung mit Eigenkapital) erreichte solide 213 Prozent nach 208 Prozent Ende 2008. Damit gehöre Helvetia zu den am besten kapitalisierten Unternehmen im Markt, heisst es weiter.

Zum Ausblick blieb Loacker vorsichtig: Angesichts der schwer abschätzbaren Entwicklung der Märkte sei er überzeugt, dass Helvetia für eine Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumskurses bestens gerüstet sei. Eine zweistellige Eigenkapitalrendite sei das Ziel.

Analysten zufrieden

Die Versicherungsanalysten der Bank Vontobel und der ZKB sprachen von einem «äusserst soliden» Ergebnis. Dies gelte insbesondere für das Lebengeschäft, wo Marktanteile in der Schweiz hinzugewonnen werden konnten und die Akquisitionen in Italien integriert wurden. Die Neugeschäftsmarge von 17,1 Prozentbestätige die Ertragskraft des Bestands in diesem Segment, so die Bank Vontobel.

An der Börse schloss die Aktie 0,6 Prozent tiefer bei 328 Franken. Im Tagesverlauf war die Aktie zwischenzeitlich bis auf 339,50 Franken gestiegen.

(sda/dapd)

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