Hepatitis-A-Epidemie grassiert in Thailand
Aktualisiert

Hepatitis-A-Epidemie grassiert in Thailand

In Thailand haben vermutlich verseuchte Eiswürfel eine Hepatitis-A-Epidemie verursacht. Bereits sind über 1000 Menschen an der infektiösen Leberentzündung erkrankt.

Täglich würden in den nördlichen Provinzen Lampang und Chiang Rai bis zu 50 neue Fälle registriert, teilte das Tropeninstitut der Universität im deutschen Rostock am Donnerstag mit.

Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass die Infektion von einer lokalen Eisfabrik ausging. Dort sei mit Darmkeimen verunreinigtes Wasser für die Herstellung von Eiswürfeln verwendet worden.

Impf-Empfehlung

Ein Ende der Infektionskette sei nicht abzusehen. Die Gesundheitsbehörden hätten inzwischen mit der Bekämpfung der Epidemie begonnen. Das Institut rät allgemein Touristen zur Impfung gegen Hepatitis A, wenn sie nach Thailand reisen wollen.

Diese Impf-Empfehlung für Thailand gibt auch die Schweizerische Arbeitsgruppe für reisemedizinische Beratung auf ihrer Internetsite «www.savetravel.ch» ab. Der Impfschutz halte mindestens 20 Jahre; die Impfung erfolge in zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten, heisst es dort.

Ungeimpften Personen werde dringend empfohlen, sich vor dem Essen die Hände zu waschen, nur gekochte Nahrungsmittel und industriell abgefüllte oder abgekochte Getränke zu konsumieren.

Getränke, Glace, Früchte und Meeresfrüchte

Das Hepatitis-A-Virus wird durch unsaubere Nahrungsmittel übertragen. Besonders häufig seien betroffen: Tinkwasser, Eiswürfel, Glacen, Milchprodukte, rohe Speisen, ungeschälte Früchte, und Meeresfrüchte wie Austern und Schalentiere, die aus durch Kanalisationen verschmutzte Gewässer stammten, heisst es auf der Website.

Auch Hepatitis E, gegen das es noch keine Impfung gibt, werde durch unsaubere Nahrungsmittel übertragen.

(sda)

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