Aktualisiert 04.03.2018 16:33

Urserental UR«Herdenschutzhunde haben Touristen gebissen»

Im Urserental soll es zu Zwischenfällen mit Herdenschutzhunden gekommen sein. Jetzt wurde eine Initiative zum Verbot der Hunde eingereicht.

von
sw
Eine Initiative soll Herdenschutzhunde im Urserental verbieten.

Eine Initiative soll Herdenschutzhunde im Urserental verbieten.

Keystone

Bewohner im Urserental im Kanton Uri wehren sich gegen Hunde, die eigentlich Schafherden vor dem Wolf beschützen sollen. Die Hunde seien nämlich selber gefährlich, sagt Columban Russi von der Interessengemeinschaft Keine Herdenschutzhunde: «Wir haben in den letzten vier Jahren vermehrt schlechte Erfahrungen gemacht. Die Hunde haben Touristen verängstigt und es ist sogar zu Attacken gekommen. Die Herdenschutzhunde haben Touristen gebissen», sagte er gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz».

Negativ für Sommertourismus

Dies könne sich das Urserental nicht leisten, sagt Russi: «Wir investieren sehr viel Geld für den Sommertourismus. Darum können wir solche Hunde nicht akzeptieren, die uns den Sommertourismus schmälern oder ihn negativ beeinträchtigen.»

Nun haben rund 150 Bewohner eine Initiative unterschrieben, die den Einsatz solcher Herdenschutzhunde verbieten soll und diese bei der Korporation Ursern eingereicht, heisst es im Bericht weiter. Dazu Talammann Hans Regli von der Korporation Ursern: «Die Initiative ist absolut gerechtfertigt. Wir haben jetzt zwei Probleme – neben dem Wolf haben wir jetzt noch agressive Hunde.» Jetzt brauche es Lösungen. «Der Tourismus bei uns ist im Aufbruch, wir können nicht einfach zuschauen, wie Touristen weiterhin gebissen werden», so der Talammann.

Zaun als Alternative

Nun wird die Initiative rechtlich geprüft, sagt Regli: «Die Korporation sucht Alternativen zum Schutz vor dem Wolf.» Die Tiere würden den ganzen Tag behirtet. Angesprochen auf Lösungsansätze sagt er: «Am Abend könnten die Tiere eingezäunt werden. Den Zaun könnten wir bis auf eine Höhe von 1,20 Meter einnetzen. Dies garantiert keine 100-prozentige Sicherheit, ist jedoch mehr als eine akzeptable Lösung.»

Als nächstes wollen die Initianten mit der Korporation zusammensitzen und eine Lösung für das Herdenschutzhund-Problem suchen. Falls keine Einigung erzielt werden kann, sollen die Bewohner des Urserentals im Mai über das Schutzhund-Problem abstimmen.

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