ZSC Lions: Herkulesaufgabe für Seger und seine Kollegen
Aktualisiert

ZSC LionsHerkulesaufgabe für Seger und seine Kollegen

Ein 1:3-Rückstand in der Finalserie gegen den HC Davos. Jetzt zählen nur noch Siege. Eine Aufgabe wie geschaffen für Mathias Seger (37).

von
Marcel Allemann
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Samstag, 10. April 2015
Samstag, 10. April 2015

Die ZSC Lions verlieren in Davos und liegen in der Serie mit 1:3 hinten.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Doch natürlich wird der Meisterpokal und die Titelverteidigung nicht abgeschrieben. Bei dem Blick nach vorne spielt einer eine zentrale Rolle.

Doch natürlich wird der Meisterpokal und die Titelverteidigung nicht abgeschrieben. Bei dem Blick nach vorne spielt einer eine zentrale Rolle.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Mathias Seger - der Rekord-Nationalspieler weiss genau, wie man solche Serien dreht.

Mathias Seger - der Rekord-Nationalspieler weiss genau, wie man solche Serien dreht.

Daniela Frutiger/freshfocus

Rekord-Nationalspieler, Rekord-WM-Teilnehmer, Captain des WM-Silberteams, Captain und fünffacher Meister mit den ZSC Lions. Mathias Seger ist so etwas wie der Übercaptain des Schweizer Eishockeys. Nach der Niederlage (3:4 n.V.) im vierten Finalspiel, welche den 1:3-Rückstand in der Serie zur Folge hat, sah man einen so schwer enttäuschten und nachdenklichen Mathias Seger wie selten: «Es ist eine weitere bittere Niederlage. Wir hatten unsere Chancen, aber Davos gelang am Schluss das Tor.»

«Eine Chance haben wir noch»

Natürlich ist aufgeben in dieser Situation keine Option. Und genau dies, in der Kabine zu vermitteln, allen neuen Mut zu machen, ist nun der Job von Seger. Darin ist er als einzigartige Leaderfigur Spitzenklasse. Daran ändert auch nichts, dass er auf dem Eis schon mehr Einfluss aufs Spiel hatte als in den aktuellen Playoffs. Die Nachwehen seiner Verletzungspause vor und zu Beginn der Playoffs machen dem 37-Jährigen offenbar noch zu schaffen. «Eine Chance haben wir noch. Wir müssen alles, was wir haben, reinwerfen, alles versuchen», sagt er wild entschlossen.

Seger weiss, wie es geht

Eine Serie drehen? Keiner kennt sich mit solchen Herkulesaufgaben so gut aus wie Mathias Seger. 2012 verwandelten die ZSC Lions einen 1:3-Rückstand im Final gegen Bern noch in einen 4:3-Sieg. Neben Seger waren damals noch zehn weitere Spieler des aktuellen Kaders dabei. «Das war eine andere Serie, aber wir glauben an uns und müssen nun einfach das nächste Spiel gewinnen. Das ist alles», so der Ostschweizer. Er ist übrigens auch der letzte noch aktive Spieler, der es schaffte, einen Meistertitel zu verteidigen. Dies gelang den ZSC Lions 2001, ebenfalls nach einem 1:3-Rückstand in der Finalserie. Damals gegen den HC Lugano.

Es wäre fast zu verrückt, um wahr zu werden, wenn Mathias Seger nun, 14 Jahre später und im Spätherbst seiner Karriere, nochmals dabei wäre, wenn eine Final-Serie gedreht und wieder einmal der Titel von einer Mannschaft verteidigt wird. Aber der Sport schreibt gelegentlich genau solche Geschichten.

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