Aktualisiert 10.04.2014 19:15

Flüchtiger TodesschützeHermann nahm auch Fürstenhaus ins Visier

Hatte es Jürgen Hermann auch auf das Fürsten­haus abgesehen? Ein Brief des mutmasslichen Todesschützen lässt diesen Schluss zu.

von
eli
Von Jürgen Hermann zu Feinden erklärt: Fürst Hans Adam und Erbprinz Alois.

Von Jürgen Hermann zu Feinden erklärt: Fürst Hans Adam und Erbprinz Alois.

Noch immer fehlt jede Spur von Jürgen Hermann (58). Deshalb herrschte auch gestern Ausnahmezustand in Liechtenstein. Nicht nur das Parlament, das gestern tagte, sondern auch Schloss Vaduz und die Mitglieder der Fürsten­familie standen unter Bewachung.

Mit gutem Grund: Bereits 2012 hatte Jürgen Hermann neben seinem späteren Opfer Jürgen Frick († 48) auch Fürst Hans-Adam und Erbprinz Alois ins Visier genommen. Als oberste Vertreter der «Liechtensteiner Mafia» machte er sie mitverantwortlich für den Untergang seiner Investmentgesellschaft.

Grosse Sicherheitsvorkehrungen

In einem Schreiben von 2012 ging Hermann noch weiter. Er verglich sich selbst mit Wilhelm Tell, der in der Hohlen Gasse Gessler erschoss, um anzufügen: «Auch Hans-Adam ist drauf und dran, dafür zu sorgen (...), dass er der letzte Fürst Liechtensteins sein könnte und Alois kein Fürst mehr werden wird.»

Was damals als wirres Geschreibe abgetan wurde, erscheint heute in einem anderen Licht. Entsprechend gross sind die Sicherheitsvorkehrungen. Sie dürften auch aufrechterhalten bleiben, wenn am Freitagabend in Balzers der Gedenkgottesdienst und am Samstagmorgen die Abdankung für Jürgen Frick stattfindet.

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